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Neue Investitionsstrategie : Rekordkursverlust der Beiersdorf-Aktie

  • Aktualisiert am

Nivea braucht ein Facelift. Bild: Reuters

Wie viele andere Konsumgüterhersteller muss auch Beiersdorf seinen Marken neue Frische einhauchen. Die notwendigen Investitionen missfallen den Anlegern.

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          Denkbar schlecht sind am Mittwoch Investitionspläne von Beiersdorf an der Börse angekommen. Der Kurs fiel um bis zu 11 Prozent ein auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren.

          Gemessen an den Tagesverlusten, die die Notierung seit 1991 verbuchte, war dies der größte Kursverlust der Aktie denn je. Indes hat sich die Notierung mittlerweile wieder ein wenig erholt und liegt nur noch rund 9 Prozent im Minus.

          Größter Kursverlust des Jahrzehnts

          Die zwanzig größten Tagesverluste erlitt die Notierung indes vor allem in den Jahren zwischen 1996 und 2004. der größte Tagesverlust in jüngerer Zeit war ein Minus von 6 Prozent am 21. Juni des vergangenen Jahres.

          Beiersdorf will von diesem Jahr an 70 bis 80 Millionen Euro jährlich aufwenden, um damit das Wachstum des Geschäfts mit Konsumgütern anzukurbeln. Davon erhofft sich der Konzern bis zum Jahr 2023 ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent. Die betriebliche Gewinnmarge soll dann auf 16 bis 17 Prozent steigen.

          BEIERSDORF

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          Erst einmal dürfte aber die Profitabilität wegen der Ausgaben für das künftige Wachstum aber sinken, monieren Analysten. „Der Markt muss den Rücksetzer bei den Margen erst einmal verdauen“, sagte Robert Waldschmidt vom Londoner Broker Liberum. Beiersdorf rechnet in diesem Jahr mit einer Umsatzrendite von 14 bis 14,5 Prozent im Konsumgütergeschäft. Waldschmidt geht davon aus, dass die Marge ab dem kommenden Jahr wieder steigt.

          James Edwardes Jones von der Bank RBC erwartet, dass die Gewinnschätzungen für Beiersdorf für dieses Jahr um durchschnittlich 10 Prozent gekappt werden müssen. Der Experte monierte das Timing der in Aussicht gestellten Steigerung der Profitabilität: Die Marktteilnehmer hätten schon deutlich früher wieder mit einer betrieblichen Marge von mehr als 16 Prozent in der Konsumgütersparte gerechnet.

          Für Edwardes Jones sind die Nachrichten von Beiersdorf lediglich ein weiteres Glied in einer langen Kette von Enttäuschungen im weltweiten Konsumgütersektor: „Henkel, Kimberly-Clark, Pepsico, Kraft-Heinz und nun auch Beiersdorf haben die Segel streichen müssen.“

          Er verwies auf die Aussage von Beiersdorf, dass sich die Konsumgüterindustrie in einem historischen Umbruch befinde. Er sah sich daher in seiner skeptischen Haltung für andere Branchengrößen wie Unilever und Reckitt Benckiser bestätigt. Deren Aktienkurse gaben am Mittwoch im Sog von Beiersdorf ebenfalls nach.

          In den vergangenen Monaten hatten sich Anleger bereits für sinkende Gewinne von Beiersdorf positioniert. Vom Vorjahreshoch Anfang August bei über 100 Euro war der Kurs bis zum Tief Ende Januar um fast 20 Prozent gefallen. Mit der Markterholung im neuen Jahr holten auch Beiersdorf einen Teil dieser Verluste wieder auf. Nun aber dürfte der Markt eine grundsätzliche Neubewertung der Papiere vornehmen, so die Analysten.

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