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Reaktion auf Trump? : Saudi Arabien senkt Ölpreise

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Ölförderanlage an der Ostküste Saudi-Arabiens Bild: dpa

Die staatliche Ölgesellschaft Saudi-Arabiens verringert die Preise für Leichtöl für große Abnehmerregionen. Hat der amerikanische Präsident mit seiner Forderung Gehör gefunden?

          Ist es eine Reaktion auf die herbe Kritik des amerikanischen Präsidenten? Saudi Aramco, die staatliche Ölgesellschaft des Erdölriesen Saudi-Arabien, reduziert die Preise für große Abnehmerregionen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, werden die Preise für Leichtöl für die Regionen Vereinigte Staaten um 10 Cent pro Barrel (je 159 Liter), für Asien um 20 Cent pro Barrel und für Europa um 45 Cent pro Barrel reduziert.

          Aktuell liegt der Preis Rohöl der Sorte „Arab Light“ bei rund 75 Dollar je Barrel. Die Preissenkung folgt auf eine zuletzt deutlich höhere Rohölförderung Saudi-Arabiens.

          Pikant wird die Angelegenheit, weil der amerikanische Präsident Donald Trump wenige Stunden zuvor eine Preissenkung verlangt hatte. „Senkt die Preise jetzt!“, forderte Trump in der Nacht auf Donnerstag über den Nachrichtendienst Twitter. Er bezog seine Forderung auf das Ölkartell Opec, als dessen Führungsmacht Saudi-Arabien gelten kann.

          Opec will Ausfälle ausgleichen

          Trump macht die Opec für die aus seiner Sicht überhöhten Rohölpreise verantwortlich. Fachleute dagegen sprechen Trump zumindest eine Mitschuld zu, weil er das Atomabkommen mit dem Opec-Land Iran aufgekündigt hat, was Sanktionen und ein geringeres Öl-Angebot Irans nach sich zieht.

          Die Opec hat schon angekündigt, derartige Ausfälle ausgleichen zu wollen. Allerdings haben auch andere Förderländer wie Kanada, Libyen oder Venezuela mit Produktionsausfällen zu kämpfen, die das von der Opec angekündigte Förderplus aufzehren.

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