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Bonitätsnoten : Fitch und S&P stufen Argentinien herunter

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Dieses Gespann lässt die Finanzmärkte erzittern: Argentiniens Ex-Präsidentin Christina Kirchner und Präsidentschaftskandidat Alberto Fernandez Bild: AFP

Nach dem heftigen Einbrüchen der argentinischen Finanzmärkte zu Wochenbeginn haben Rating-Agenturen ihre Bonitätsnoten gesenkt. Vor allem Fitch fürchtet einen Staatsbankrott.

          Die Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor’s (S&P) haben nach den Einbrüchen des argentinischen Finanzmarktes zu Wochenbeginn die Bonitätsnote des Landes deutlich gesenkt.

          Das südamerikanische Land werde nun mit „CCC“ statt wie bisher mit „B“ bewertet, teilte Fitch mit. Damit gelten die Staatsanleihen Argentiniens nicht nur als hochspekulative Anlage, sondern als akut von einem Zahlungsausfall bedroht. Die Herabstufung spiegele die gestiegene politische Unsicherheit und die problematischere finanzielle Lage wider. Zudem werde eine weitere Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Situation erwartet, was die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts erhöhe.

          S&P senkte das Rating auf „B-“ (spekulative Anlage) von „B“. Damit stufen die Analysten Argentinien um zwei Noten auf der Rating-Skala von 22 Stufen besser ein.  S&P geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in Argentinien in diesem Jahr um 2,3 Prozent schrumpfen wird, nicht nur um 1,6 Prozent, wie bisher angenommen.

          Der amtierende argentinische Präsident Mauricio Macri hatte bei den Vorwahlen zum Präsidentenamt eine herbe Schlappe erlitten. Diese hatte die Landeswährung Peso massiv abwerten und die Kurse der Staatsanleihen des Landes massiv fallen lassen. Für die im Frühjahr 2021 fällige Dollar-Anleihe werden aktuell nur noch knapp 63 Prozent des Nominalwerts bezahlt.

          Der Leitindex Merval der Börse Buenos Aires war am Montag in Dollar gerechnet um fast 50 Prozent gefallen. Das ist der zweitgrößte Absturz eines Aktienmarktes weltweit seit 1950.

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          Der Ausgang der Wahl hat nach Dafürhalten von Fitch die politische Unsicherheit erhöht und die Finanzierungsbedingungen empfindlich eingeengt. Zudem dürfte sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtern, was die Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite erhöhe.

          Vizekandidatin des siegreichen Peronisten, Alberto Fernández, ist die frühere Präsidentin Cristina Kirchner. Diese steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik und einer Abkopplung von den Kapitalmärkten. Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage mit einer schrumpfenden Wirtschaft und einer rekordhohen Inflation lässt dies Befürchtungen aufkommen, Argentinien könne eine Umschuldung anstreben.

          Die Preise für Absicherungen argentinischer Staatsschulden waren zu Wochenbeginn auf mehr als das Doppelte gestiegen. Anleger zahlen jetzt auch mehr als das Doppelte als für libanesische Schulden. Diese waren noch in der vergangenen Woche die teuersten Absicherungen auf dem Markt für Staatsschulden gewesen.

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