https://www.faz.net/-gv6-9fvnd

Amerikas Tech-Konzerne : Amazon und Google verdienen Milliarden – Anleger sind enttäuscht

Ein Nasdaq-Mitarbeiter beobachtet an der New Yorker Börse Marktbewegungen von Amazon. Bild: AP

Amazon schafft einen Rekordgewinn, Alphabet verdient mehr als 9 Milliarden Dollar in drei Monaten. In einem anderen Punkt überzeugen die wertvollsten Unternehmen der Welt aber nicht.

          Der Online-Händler Amazon.com und die Alphabet-Holding um den Internetkonzern Google haben mit ihren am Donnerstag nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen nicht auf der ganzen Linie überzeugt. Beide Unternehmen wiesen zwar einen höheren Gewinn als erwartet aus, lagen aber mit ihren Umsätzen leicht unter den Prognosen von Analysten. Der Aktienkurs von Alphabet fiel nachbörslich zeitweise um 4 Prozent, Amazon erlitt ein Minus von 6 Prozent.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Amazon hatte viel Positives zu vermelden. Der Online-Händler wies einen Rekordgewinn von 2,9 Milliarden Dollar aus, vor einem Jahr waren es noch 256 Millionen Dollar. Der früher als chronisch ertragsschwach geltende Konzern hat damit nun mehrere Quartale in Folge Gewinne in Milliardenhöhe erzielt. Das Ergebnis je Aktie von 5,75 Dollar lag weit über den von Analysten im Schnitt erwarteten 3,14 Dollar. Seinen Umsatz baute Amazon um 29 Prozent auf 56,6 Milliarden Dollar aus, und hier hatte Analysten im Schnitt mit 57,1 Milliarden Dollar gerechnet. Eine Enttäuschung war auch die Umsatzprognose für das vierte Quartal, denn Amazon sagte eine deutliche Abschwächung des Umsatzwachstums auf 10 bis 20 Prozent voraus. Ob es tatsächlich so kommen wird, muss sich freilich noch zeigen, denn Amazon gibt oft sehr vorsichtige Prognosen ab.

          Die verbesserte Profitabilität hat vor allem mit Geschäften außerhalb des angestammten Online-Handels zu tun. Beispielsweise mit Amazon Web Services (AWS), der Sparte für Cloud Computing. Amazon stellt hier Unternehmen, die ihre Informationstechnik ins Internet verlagern wollen, Computerkapazitäten bereit und bietet eine Reihe damit verbundener Dienstleistungen an. AWS ist hier Marktführer, zu den wichtigsten Konkurrenten gehören Microsoft und Google. Der Umsatz der Sparte legte um 46 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar zu, und ihr Betriebsergebnis stieg um 77 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar.

          Auch das Geschäft mit Werbung hilft der Profitabilität. Es steht für den größten Teil der Sparte mit „anderen Aktivitäten“, deren Umsatz sich auf 2,5 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt hat. Amazon gilt mittlerweile im Geschäft mit Online-Werbung als ernsthafter Wettbewerber von Facebook und Google. Das Unternehmen bietet auf seiner Internetseite eine Reihe verschiedener Werbeformate an, unter anderem Anzeigen, die sich wie bei Google nach Schlüsselwörtern in der Suchfunktion richten.

          Alphabet meldete für das dritte Quartal ein Umsatzwachstum von 21 Prozent auf 33,7 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 34,0 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um 37 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie von 13,06 Dollar war um 2,64 Dollar besser als erwartet.

          Weitere Themen

          Hugo Boss muss sich neu ausrichten

          Modekonzern : Hugo Boss muss sich neu ausrichten

          Der Modekonzern kann nicht vor dem Internet flüchten und muss sich daher neu ausrichten. Doch bisher verlief das Jahr für Hugo Boss noch nicht sonderlich erfolgreich. Die Analysten bleiben aber positiv.

          Topmeldungen

          Boris Johnson im Januar während einer Rede in Dublin

          Sorgen in der Wirtschaft : Zittern vor Boris Johnson

          Der Hardliner ist in Großbritannien der Favorit für die Nachfolge von Theresa May. Das lässt Unternehmen bangen: Er strebt einen No-Deal-Brexit an – ohne Rücksicht auf Verluste.
          „Seit über 25 Jahren packen wir einmal im Jahr das gesamte Spielzeug für acht Wochen in den Keller“, berichtet Kita-Leiterin Elfriede Reissmüller, „und die Kinder werden aufgefordert, ihre Phantasie und Kreativität verstärkt einzusetzen.“

          Kita ohne Spielzeug : Weg mit den Bauklötzen!

          Eine Kita ohne Spielzeug – klingt widersinnig. Tatsächlich aber kann die fehlende Ablenkung Wunder wirken und wichtige Fähigkeiten für das spätere Leben ausbilden.
          Ende Oktober 2018 steht Damian Boeselager, einer der Gründer der proeuropäischen Partei Volt, in Amsterdam bei einer Kundgebung auf der Bühne

          Kleinpartei vor Europawahl : Viel ge-Volt

          Große Versprechen, großer Idealismus: Volt ist proeuropäisch und tritt in acht Ländern zur Europawahl an. Wer ist die Kleinpartei, die es erreichte, dass der „Wahl-O-Mat“ kurzzeitig offline ging?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.