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Ausstieg von Kering : Puma ist wieder freier

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Puma-Chef Bjoern Gulden: Die deutsche Marke mit dem Raubkatzenlogo ist wieder mehrheitlich im Streubesitz. Bild: Reuters

Der Anfang des Jahres angekündigte Teilausstieg des Luxuskonzerns Kering bei dem Sportartikelhersteller wurde nun wirksam. An der Börse kommt das sehr gut an. Die Gründe dafür sind vielfältig.

          Der Sportartikelhersteller Puma hat am Mittwoch deutlich vom weitgehenden Ausstieg des bisherigen Mehrheitsaktionärs Kering profitiert: Die Aktien markierten bei 447,50 Euro ein Rekordhoch und behaupteten zuletzt ein Plus von 5,04 Prozent auf 438,00 Euro.

          Puma wird künftig nicht mehr vom französischen Luxuskonzern Kering kontrolliert. Die Hauptversammlung von Kering besiegelte das Vorhaben, die Mehrheit an Puma abzugeben. Laut dem Beschluss verteilt Kering den Großteil seiner Puma-Anteile als Sachdividende an die eigenen Aktionäre. Ziel ist es, sich künftig auf den deutlich profitableren Luxussektor mit Marken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent zu konzentrieren.

          Zum heutigen Mittwoch reduziert der Luxusgüterkonzern Kering seinen Puma-Anteil - wie auf der Hauptversammlung im April beschlossen - von bisher rund 86 Prozent auf nur noch knapp 16 Prozent der Aktien und Stimmrechte. Die deutsche Marke mit dem Raubkatzenlogo ist damit künftig mehrheitlich im Streubesitz. Sie erhofft sich von der neuen Unabhängigkeit eine bessere Sichtbarkeit und schnellere Entscheidungen. Das Unternehmen mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeiter.

          Aktie wieder besser handelbar

          Da ein Großteil der abgegebenen Aktien auf den Markt kommen werde, sei Puma jetzt wieder besser handelbar und für sie erstmals seit zehn Jahren ein Investment, lobte derweil Analystin Zuzanna Pusz von der Privatbank Berenberg bereits in einer Studie. Puma bleibt ihr „Top Pick“ im Sektor.

          PUMA

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          Kering hatte das Vorhaben im Januar bekanntgegeben, nachdem schon länger über eine Trennung spekuliert worden war. Die Puma-Aktien werden heute an die Kering-Aktionäre ausgeschüttet. Kering verliert damit zwar deutlich an Umsatz, das verbleibende Geschäft wirft aber im Verhältnis zu den Erlösen deutlich mehr Gewinn ab. Die Trennung werde die operative Marge von Kering deutlich verbessern, sagte Finanzchef Jean-François Palus vor den Aktionären.

          Kering-Chef François-Henri Pinault bleibt für Puma aber wichtig: Denn die Holdinggesellschaft seiner Familie, Artémis, profitiert als wichtigster Kering-Aktionär ebenfalls von der Verteilung der Puma-Anteile. Sie wird künftig etwa 29 Prozent an dem deutschen Unternehmen halten und soll ein „langfristiger strategischer Aktionär“ sein. Die Holding und Kering bleiben damit wichtige Anker-Investoren für Puma. Definitiv verpflichtet hat Artémis sich laut Kering-Finanzchef Palus, die Anteile für mindestens 12 Monate zu halten.

          Bei Puma läuft es nach schwierigen Jahren des Umbaus wieder rund. 2017 konnte das Unternehmen den Gewinn unter dem Strich auf 136 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Konzern knackte zudem erstmals die Umsatzmarke von 4 Milliarden Euro. Der Abstand zu Adidas und Marktführer Nike ist aber groß. Das Unternehmen gehört seit 2007 mehrheitlich zum Pinault-Imperium, das damals noch PPR hieß. Kering hatte seinen Gewinn unter dem Strich im vergangenen Jahr auf 1,79 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg einschließlich Puma um 25 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro.

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