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Prognosen gesenkt : Ceconomy-Aktie abermals unter Druck

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Lange Jahre waren Media Markt und Saturn die Sorgenkinder des Handelsriesen Metro. Mit dem vergangenen Weihnachtsgeschäft kann der neue Mutterkonzern Ceconomy nun nicht überzeugen. Bild: dpa

Der Elektronikhändler Ceconomy hat wegen der ungewöhnlichen Hitzewelle diesen Sommer seine Gewinnprognosen gesenkt. Dem Aktienkurs bekommt dies nicht gut.

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          Der Elektronikhandelsholding Ceconomy machen ein schwächelndes Geschäft ihrer Aushängeschilder Media Markt und Saturn zu schaffen. Auch die Sommerhitze bereitete dem Unternehmen Probleme. Ceconomy senkte daher die Ertragsprognose und erwartet nun für das im September endende Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von 680 bis 710 Millionen Euro.

          Das wären deutlich weniger als die 714 Millionen Euro des Vorjahres. Der Betriebsgewinn wird mit 460 bis 490 Millionen Euro ähnlich deutlich zurückgehen. Ursprünglich hatte Ceconomy den Gewinn im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen wollen. Laufe der September gut, könne Ceconomy am oberen Ende der neuen Spanne landen.

          Der Kurs der Ceconomy-Aktie fiel zeitweilig um neun Prozent und liegt bei aktuell 6,31 Euro immer noch fast 6 Prozent im Minus.„Wir sind nicht da, wo wir sein wollen", sagte Finanzvorstand Mark Frese. „Wir werden jetzt jeden Stein umdrehen."

          Die Prognose-Senkung dürfte aber nun den Druck auf das Management erhöhen. Großaktionär Haniel hatte die Aktienkursentwicklung schon früher kritisiert. In diesem Jahr hat sich der Kurs mehr als halbiert. da es sich bei der Ceconomy-Aktie um die ehemalige Metro-Aktie handelt, bevor Ceconomy abgespalten wurde, liegt der Kurs aktuell nahe dem Zehn-Jahres-Tief von Anfang September.

          Aktie nahe dem Zehn-Jahres-Tief

          Schon im August hatte Ceconomy mit tiefroten Zahlen für heftige Enttäuschung bei den Anlegern gesorgt, weil der Konzern wegen des Wertverfalls der Metro-Aktie damals Abschreibungen in Millionenhöhe vornehmen musste.

          CECONOMY ST

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          Die Wertentwicklung kostete Ceconomy auch den Platz im M-Dax der mittelgroßen Werte. Künftig wird das Papier nur im S-Dax vertreten sein, der deutlich weniger von Investoren beachtet wird. Der Konzern bereitet den Verkauf des Anteils vor. Ende August teilte Ceconomy mit, mit dem tschechischen Investor Daniel Kretinsky Gespräche zu führen.

          Ceconomy-Chef Pieter Haas setzt auf eine bessere Verschränkung der Online-Shops mit den Filialen, auch das Service-Geschäft will er ankurbeln. Zudem will er die Kosten drücken und die Verwaltung  schlanker und die Logistik effektiver machen.

          Bereits der Start ins Geschäftsjahr mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft hatte Ceconomy Rückschläge gebracht, weil der Preiskampf Marge kostete. „Wir haben unsere strategischen Initiativen in Deutschland nicht schnell genug umgesetzt", sagte Haas. „Das bedeutet, dass wir den Fokus noch stärker auf Media Markt und Saturn legen werden", betonte er. „Das ändert aber nicht unsere strategische Ausrichtung und unsere Mittelfrist-Ziele." Deren Erreichen könnte laut Frese aber länger dauern als im Dezember 2016 angenommen. Man müsse prüfen, ob man mehr Zeit brauchen werde.

          METRO AG ST O.N.

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          In Ländern wie Italien, Niederlande oder Türkei habe man indes Fortschritte gemacht und auch im Online-Handel deutlich aufgeholt. Ceconomy hatte sich im Sommer vom schwierigen Russland-Geschäft getrennt, das der Konzern an die russische Safmar-Gruppe abgab, und danach die Prognose angepasst.

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