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Metalle : Nur Palladium glänzt

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Palladiumbarren Bild: Reuters

Die Preise aller Metalle stehen unter Druck. Aller Metalle? Nein, denn für Palladium werden derzeit rekordhohe Preise bezahlt. Und wieder einmal liegt es an China.

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          Allgemein stehen die Preise für Rohstoffe schon länger unter Druck. Für Industriemetalle wie Zinn oder Nickel sind die Preise seit ihren jahreshöchstständen zwischen Februar und Juni zwischen 12 und 28 Prozent gesunken. Gold oder Platin hatten ihre Höchststände schon zu Jahresbeginn erreicht und notieren nun um 10 bis 16 Prozent tiefer. Ganz zu schwiegen ist von den Rekordhochs, die zum Teil schon mehr als zehn Jahre zurückliegen.

          Nur ein einziges Metall macht eine Ausnahme. Der Preis für das Edelmetall Palladium überstieg in der vergangenen Woche seinen mehr als 17 Jahre alten Höchststand und erreichte am Montag mit zwischenzeitlich 1183,82 Dollar für die Feinunze abermals einen neuen Rekordstand.

          Grund sind laut Marktbeobachtern vor allem die verstärkten Umweltschutzbemühungen in China. Palladium wird häufig als Katalysematerial in Reinigungsvorrichtungen verwendet, nicht zuletzt in Kraftfahrzeugen.  

          Die Palladiumproduktion bleibe hinter einer robusten Nachfrage zurück, heißt es. Die Citigroup erwartet weitere Preissteigerungen. Hedgefonds setzten ebenfalls auf eine ausgedehnte Rallye, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Seit März diesen Jahres hätten diese noch nie mit so großer Mehrheit auf der Käuferseite gestanden.

          Seit acht Jahren kämpfe der Markt mit Angebotsdefiziten, sagte Maxwell Gold, Direktor für Investmentstrategie bei Aberdeen Standard Investments, der Nachrichtenagentur. Das habe sich sowohl im Bergbau als auch beim Abbau bestehender Lagerbestände bemerkbar gemacht.

          Palladium

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          Der Markt für Palladium ist dünn. Ähnlich wie Platin wird es zu rund drei Vierteln von Russland und Südafrika produziert. Die Nachfrage stammt dagegen zu fast 70 Prozent aus der Autoindustrie. Im Vergleich zu vielen anderen Bereichen der Wirtschaft sind die Autoverkäufe auch vergleichsweise stabil geblieben.

          Das Angebot sei derzeit so knapp, dass sich die industriellen Verwender schon an physisch unterlegte börsengehandelte Fonds gewandt haben, um das dringend benötigte Material zu leihen. Auch das hat den Preis nach oben getrieben, vor allem aber die Bestände, die die Fonds halten, so Maxwell Gold.

          Der Preisanstieg ist allerdings nach oben begrenzt. Palladium wird solange bevorzugt eingesetzt, solange es billiger ist als Platin, da die beiden Metalle viele gleiche chemische Eigenschaften aufweisen. Ist Platin billiger als Palladium, so wird ein Ersatz wahrscheinlich. Seit etwa einem Jahr schon ist Palldium teurer als Platin, jedoch haben sich die beiden Preise erst durch die jüngste Rallye, die im August ihren Anfang nahm, deutlicher voneinander entfernt.

          Hersteller bräuchten aber 18 bis 24 Monate für solche Änderungen, sagte Suki Cooper, Edelmetallanalyst der Standard Chartered Bank zu Bloomberg. In nächster Zukunft werde dies wahrscheinlich kein Thema sein.

          Platin

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