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Edelmetall kommt in Fahrt : Gold so teuer wie seit 2013 nicht mehr

Goldbarren sind ein begehrter Wertspeicher Bild: dpa

Der Goldpreis klettert auf einen neuen Höchststand, auch Öl wird teurer. Grund sind die Aussichten auf eine lockerere Geldpolitik und internationale Spannungen.

          Gold steigt in der Gunst der Anleger immer weiter. Am Freitag kletterte der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) des Edelmetalls bis auf 1411 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit September 2013. In Euro gerechnet wurde der höchste Preis seit April 2013 erreicht. In der Spitze kostete eine Feinunze Gold
          am Freitag 1248 Euro.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bereits am Donnerstag hatte der Goldpreis den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren erreicht. Auch Öl wurde deutlich teurer. Eine Unze Gold (31,1 Gramm) kostete zeitweise 1397,70 Dollar, das waren rund 2 Prozent mehr als am Mittwoch. Dabei hatte der Preis für das Edelmetall lange vor sich hin gedümpelt.

          „Triebfeder für den Anstieg ist offensichtlich die amerikanische Notenbank Fed, die dem Markt das Zinssenkungssignal gegeben hat, auf das er gewartet hat“, sagte Ole Hansen, Rohstoffstratege bei der Saxo Bank. „Sie hat das Wort ,geduldig‘ bei ihrem Vorgehen zu Zinssenkungen gestrichen.“

          Gold

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          Viele Anleiherenditen hingegen gaben nach. Die Rendite der richtungsweisenden Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit fiel auf minus 0,32 Prozent, die Umlaufrendite erreichte ein Rekordtief von minus 0,35 Prozent. Rund 86 Prozent der im Umlauf befindlichen Bundeswertpapiere weisen eine negative Rendite auf.

          Nach einem Bloomberg-Barclays-Index weisen Anleihen aus aller Welt im Wert von 12,3 Billionen Dollar eine negative Rendite auf. Im Gegenzug legten die Aktienmärkte zu, der Dax erreichte zeitweise mit 12 438 Punkten den höchsten Stand des Jahres, der amerikanische S&P 500 markierte sogar ein Rekordhoch.

          Auch Öl teurer

          Der Ölpreis stieg auf die Nachricht hin, dass Iran über der Straße von Hormuz eine amerikanische Militärdrohne abgeschossen habe. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich zeitweise um 4,2 Prozent auf 64,44 Dollar.

          Der Benzinpreis in Deutschland reagierte bislang noch nicht auf den Ölpreisanstieg der vergangenen Tage. Nach Zahlen des Autoklubs ADAC verbilligte sich Super E10 gegenüber der Vorwoche im Bundesdurchschnitt um 1,5 Cent auf 1,468 Euro je Liter und der Preis für einen Liter Diesel um 0,9 Cent auf 1,252 Euro.

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