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Edelmetall : Silberpreis steigt auf höchsten Stand des Jahres

  • -Aktualisiert am

Silbermünze mit dem Profil der Königin von England beim Edelmetallhändler ProAurum in München Bild: Reuters

Der Preis für Silber auch in Münz- und Barrenform steigt steil an. Folgt das Edelmetall „für Arme“ nun der Rally des viel teureren Goldes?

          Beim Edelmetallhändler Degussa ist der Preis für eine kanadische Silbermünze am Donnerstag steil auf 17,59 Euro angestiegen. Die Silberunze in Münzform, geschmückt mit dem kanadischen Ahornblatt und dem Profil der Königin von England, erreichte damit ihren bisherigen Jahreshöchstpreis. Und der Kilobarren Feinsilber hat die Marke von 500 Euro überschritten.

          Am Rohstoffmarkt liegt der Silberpreis aktuell bei mehr als 14,50 Euro je Unze und hat damit einen Jahreshöchststand erreicht. Nur am 27. Februar war der Preis kurzzeitig teurer gewesen als er vorübergehend auf 14,94 Euro schoss. Dieses Niveau konnte der Kurs jedoch damals nicht bis zum Handelsschluss halten und verbilligte sich schnell wieder.

          Silbermünzen wie das kanadische „Maple Leaf„ oder der „Wiener Philharmoniker“ sind bei Sparern beliebt, die in Edelmetall anlegen wollen, aber die hohen Preise für Goldmünzen oder Barren scheuen. Zum Vergleich: Eine Feingoldmünze mit der Masse einer Unze, etwa der populäre südafrikanische Krügerrand, kostet derzeit rund 1300 Euro und ist daher das 76 fache einer Silbermünze wert.

          Silber wird daher scherzhaft auch gern mal als „Gold für Arme“ bezeichnet. Tatsächlich folgt der Silberpreis oft dem Goldpreis – aber eben nicht immer. Laut der New Yorker Vermögensverwaltung WisdomTree weisen die Bewegungen beim Gold- und Silberpreis eine Korrelation von 80 Prozent auf. Als der Goldpreis im Juni um 10 Prozent zulegte, stieg Silber nur um sechs Prozent. Manchmal sind die Bewegungen sogar gegenläufig. Wer mit dem billigeren Silber die Entwicklung des teureren Goldes nachahmen will, kann also auch danebenliegen.

          Das Gold für Arme

          Die Stückpreise für Münzen und Barren spielen übrigens nur bei physischen Käufen eine Rolle. Wer elegant in Gold- oder Silberwertpapiere auf den Rohstoffmärkten anlegt, braucht sich um Stückelungen nicht zu scheren. Doch gerade bei Gold und Silber geht es vielen Anlegern darum, die Anlageprodukte auch physisch zu besitzen. Denn mit Münzen und Barren will sich so mancher gegen Wirtschaftskrisen oder Währungsreformen absichern – und in diesen Extremszenarien zählt Unabhängigkeit von der Finanzbranche. Ängstliche folgen hier dem Motto: Safe statt Depot.

          Silber

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          Der Rohstoffexperte Nitesh Shah vom Vermögensverwalter WisdomTree erwartet, dass der Silberpreis seine Rally fortsetzt, aber voraussichtlich nicht vollständig zum Goldpreis aufschließen wird. Gold hat bereits vor allem wegen der wachsenden globalen Konflikte und Unsicherheiten deutlich zugelegt. Treiber sind hier der amerikanisch-chinesische Handelskrieg sowie die Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten.

          Laut des Prognosemodells von WisdomTree soll der Silberpreis je Feinunze von 15,30 Dollar Ende Juni auf 17,00 Dollar im Dezember steigen. Anschließend sei ein Rückgang auf 16,50 Dollar bis Ende Juni 2020 zu erwarten. Auf Jahressicht sieht WisdomTree den Silberpreis um fast sieben Prozent im Plus. Gold dagegen steigt nach Ansicht des Vermögensverwalters nur um fünf Prozent.

          Silber und die Konjunkturzyklen

          Wer auf Grundlage solcher Prognosen Silbermünzen oder -barren an den Schaltern deutsche Banken oder im heimischen Edelmetallhandel kauft, muss dabei zusätzlich den Wechselkurs des Euro zum Dollar im Auge behalten.

          Warum entwickeln sich die Preise für Gold und Silber unterschiedlich und manchmal sogar gegenläufig? Gold dient nicht nur der Geldanlage und dem Krisenschutz, sondern wird auch stark von der Schmuckindustrie nachgefragt. Die Nachfrage der Schmuckhersteller hängt von der Saison ab. So steigt der Bedarf regelmäßig vor Weihnachten, dem chinesischen Neujahr oder der indischen Hochzeitssaison.

          Auch Silber wird nicht nur für Anlageprodukte wie Barren oder Münzen verarbeitet. Laut WisdomTree geht die Hälfte des Edelmetalls in die Industrie, vor allem in die Elektronikbranche. Und die industrielle Silbernachfrage hängt stark an Konjunkturzyklen. Trübt sich die Stimmung in der Industrie wegen der Angst vor dem Handelskrieg und der Sorge angesichts internationaler Konflikte ein, spricht das in der Regel für eine sinkende Silbernachfrage.

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