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Geldanlage in Aktien : Lohnt jetzt der Einstieg in die Post-Aktie?

  • -Aktualisiert am

Die Deutsche Post erhöht wieder das Porto für den Standardbrief - kommt das auch dem Aktienkurs zugute? Bild: dpa

Die Deutsche Post verdient voraussichtlich ab Sommer deutlich mehr mit dem Versand von Standardbriefen. Profitieren die Aktionäre langfristig auch davon?

          Die Aktie der Deutschen Post gehört als Dax-Mitglied zur ersten Börsenliga, sorgt aber eher weniger oft für große Schlagzeilen. Der Bericht der F.A.Z. über die deutliche Steigerung des Briefportos ab Sommer hat dazu geführt, dass zum Wochenauftakt die „Aktie Gelb“ der Deutschen Post nun doch wieder mehr im Fokus der Investoren stand.

          Eine Reihe von Analysten hatte sich anschließend zu der Aktie von Europas führenden Postdienstleister geäußert. Die Kaufempfehlungen wurden demnach größtenteils bekräftigt, viele gingen aber auch mit Senkungen des Kursziels einher. Wie attraktiv ist also im Augenblick der Einstieg bei der Post-Aktie wirklich?

          Der Konzern ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Rund um den Globus beschäftigt er rund 520.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern und ist damit auch das größte Unternehmen Europas. Größe bedeutet aber nicht immer gleich auch Erfolg.

          Porto-Erhöhung wäre wichtig

          Der Konzern kämpft seit Jahren mit Veränderungen im internationalen Wettbewerb. Konzernchef Frank Appel versucht, Investoren unter anderem mit der Frühpensionierung von Beamten und drastischen Sparprogrammen zu beruhigen. Die nun in Aussicht stehende Portoerhöhung im Kerngeschäft könnte ebenfalls dazu beitragen. Aktienanalysten sehen diese Nachricht positiv.

          Damian Brewer vom Analysehaus RBC schrieb zum Wochenauftakt, die Portoanhebung könne mit einem Plus von fast 29 Prozent erheblich höher ausfallen als die bisher festgesetzten 4,8 Prozent. Diese Anhebung könnte dem Rückgang des Briefaufkommens und den steigenden Lohnkosten entgegenwirken.

          Ähnlich sieht das auch ein Analyst der Commerzbank. Die deutliche Erhöhung könnte für einige Zeit Bestand haben, so die Einschätzung. Damit würde es dem Konzern auch leichter fallen, wie geplant bis 2020 einen operativen Gewinn von 5 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Zudem wären dann über die schon verkündeten Maßnahmen hinaus wohl weniger zusätzliche Umstrukturierungen notwendig, heißt es weiter.

          DT. POST

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          UBS-Analyst Dominic Edridge hält an seiner Kaufempfehlung unabhängig von der Meldung zum Briefporto fest. In Deutschland scheine der amerikanische Konzern Amazon im Gegensatz zu Großbritannien noch keine größere Bedrohung für die Post- und Paketdienstleister zu sein. Das sei gut für die Deutsche Post, da das Risiko eines geringeren Paketaufkommens abnehme und Preissteigerungen wahrscheinlicher würden.

          Aktionäre dürften diese Einschätzungen gerne hören. Denn in den vergangenen zwei Jahren Jahren konnten sie mit den Aktien der Deutschen Post kein Geld verdienen. Aus 10.000 Euro wurden auf Sicht von zwei Jahren 8.057 Euro. Wer vor einem Jahr in die Logistik-Aktie investiert hatte, musste 2018 mit einem Minus von 40 Prozent zurechtkommen.

          Wesentlich besser haben es da langfristig orientierte Anleger, die schon vor zehn Jahren in die Aktie investiert hatten. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro im Jahr 2009 kommen Investoren heute auf eine Depotposition von mehr als 34.000 Euro. Das heißt, auf Sicht von zehn Jahren weist die Post-Aktie im Schnitt einen Kursgewinn von 9,5 Prozent aus.

          Solides Dividenden-Papier

          Ein Argument für viele Anleger, in eine Aktie zu investieren, ist oftmals die Dividende, die ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Die Post ist ein solider Zahler. Das Unternehmen will grundsätzlich 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns auszuschütten. Für das Geschäftsjahr 2017 betrug die Dividende 1,15 Euro je Aktie, nach 1,05 Euro im Jahr 2016, und ergab somit eine Nettodividendenrendite von 2,9 Prozent. Für das Jahr 2018 wird eine Rendite von 4,5 Prozent prognostiziert.

          Angesichts eines geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,57 ist die Aktie derzeit nicht hoch bewertet, was für langfristig orientierte Anleger ein weiteres Argument ist. Zur Vorsicht mahnt aber ein bisschen die Charttechnik. Denn sowohl lang- wie auch kurzfristig befindet sich die Notierung der Post-Aktie in einem intakten Abwärtstrend. Demgegenüber steht eine Kurschance von fast 30 Prozent, die die UBS mit ihrer Kaufempfehlung sieht und auch die Tatsache, dass mit dem Staat, in Form der Kreditanstalt für Wiederaufbau, ein Ankeraktionär vorhanden ist, der 20,6 Prozent der Aktien hält.

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