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Zähe Verhandlungen : Opec drückt Ölpreis unter 50 Dollar

Prinz Abdulaziz bin Salman, der saudische Öl- und Energieminister, auf dem Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien: Ob es zu einer Einigung mit Russland über die Förderkürzung kommt, ist noch unklar. Bild: AFP

Nachdem sich die Opec am Donnerstag verständigt hatte, die Ölförderung um 1,5 Millionen Barrel am Tag zu senken, gestalteten sich die Verhandlungen mit Russland am Freitag offenbar schwieriger als gedacht. Das ließ an den Ölmärkten offenbar die Befürchtung aufkommen, es werde keine Einigung geben.

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          Die zähen Verhandlungen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit Russland um eine Kürzung der Fördermenge und die Verunsicherung an den Finanzmärkten durch die Corona-Krise hat am Freitag den Ölpreis unter 50 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) gedrückt. Am Nachmittag stand der Preis bei lediglich 48 Dollar, zeitweise waren es sogar nur 47 Dollar gewesen. Noch zum Jahreswechsel hatte Öl rund 70 Dollar gekostet, vor einigen Jahren aber auch schon mehr als 100 und auch 120 Dollar.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nachdem sich, wie berichtet, die Opec am Donnerstag verständigt hatte, die Ölförderung als Reaktion auf den befürchteten Nachfragerückgang durch das Coronavirus um 1,5 Millionen Barrel am Tag zu senken, gestalteten sich die Verhandlungen mit Russland am Freitag offenbar schwieriger als gedacht. Das ließ an den Ölmärkten offenbar die Befürchtung aufkommen, es werde keine Einigung geben.

          BRENT

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          Die Opec-Minister hatten am Donnerstagabend die zusätzliche Drosselung bis Ende 2020 ins Spiel gebracht. Das wäre die stärkste Förderkürzung seit der Finanzkrise 2008. Die Opec machte den Plan aber davon abhängig, dass sich auch Russland und andere Partnerländer außerhalb des Kartells an die Vorgabe halten.

          Am Freitagnachmittag verlautete aus Opec-Kreisen in Wien, Russland lehne den Plan ab. Ein ranghoher Vertreter Russlands hob hervor, sein Land werde diese Position auch nicht ändern. Durch den Widerstand Russlands, das nicht zur Opec gehört, verzögerte sich der Beginn offizieller Opec-Plus-Verhandlungen um Stunden. Insidern zufolge kamen die Nicht-Opec-Länder zunächst zu einem separaten Gespräche zusammen.

          Die Internationale Energie-Agentur (IEA) rechnet damit, dass im ersten Quartal dieses Jahres zum ersten Mal seit der Finanzkrise die Nachfrage nach Öl in aller Welt rückläufig sein könnte. Insbesondere in China dürfte weniger Öl nachgefragt werden, weil Teile der Industrie darnieder liegen. In der Vergangenheit war ein geringerer Ölverbrauch in den westlichen Industrieländern meistens durch einen höheren Verbrauch in den sogenannten Schwellenländern wie China überkompensiert worden.

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