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Kleinere Produktionserhöhung : Ölpreise drehen ins Plus

  • Aktualisiert am

Der Iran will, dass auch die Opec gegen Trump Flagge zeigt. Bild: dpa

Die mögliche Lockerung der Ölförderquoten auf dem Opec-Plus-Treffen am Freitag fällt wohl geringer aus als erwartet. Die Märkte besinnen sich.

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          Die Ölpreise erholen sich am Montag Vormittag leicht von ihren deutlichen Kursverlusten vom Freitag. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg um bis zu 85 Cents auf 74,29 Dollar. Vor dem Wochenende waren die Preise deutlicher unter die Räder gekommen. Die Notierung für Brent war um 3,5 Prozent zurückgegangen. Mittlerweile aber ist der Preisanstieg wieder deutlich geringer. Brent notiert 38 Cents im Plus bei rund 73,80 Dollar.

          Grund für den Preisverfall sind Überlegungen vor allem Saudi-Arabiens als mächtigstem Opec-Mitglied sowie Russlands als Nicht-Mitglied die Produktionskürzungen zu lockern. Am Samstag sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak, eine Erhöhung im dritten Quartal um 1,5 Millionen Barrel pro Tag sei möglich.

          Nun aber meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg, ein Kompromiss auf der Tagung der Opec und weitere Förderländer am Wochenende ziele nur auf eine Erhöhung um 300.000 bis 600.000 Barrel am Tag.

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          Grund ist, dass Iran, Irak und Venezuela ein Veto gegen eine Erhöhung einlegen wollten. „Drei Opec-Gründungsmitglieder werden die Ausweitung stoppen“, sagte der Vertreter des Irans bei der Opec, Hossein Kazempour Ardebili. Für eine Ausweitung sei in der Opec Einstimmigkeit erforderlich.

          Dahinter steht, dass zwar Saudi-Arabien und Russland tatsächlich deutlich weniger Öl fördern als möglich. Beobachtern zufolge hätten Iran, Venezuela und andere Mitgliedsstaaten Problem, ihre Förderung zu erhöhen. Sie wären damit die Verlierer einer Lockerung der Fördergrenzen.

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          Die Allianz steht auch unter Druck aus Amerika. Präsident Trump setzt sich mit Blick auf die Benzinpreise und die anstehenden Zwischenwahlen zum Kongress intensiv für einen Produktionsanstieg ein. Man rufe die Brüder in der OPEC und Russland auf, dass man Trump nicht besänftigen müsse, sagt Kazempour Ardebili. Die ganze Welt müsse sich gegen diese arroganten Einstellungen wenden.

          Auf einen solchen Kompromiss könnte sich Iran auch deswegen einlassen, weil die jüngste Zusammenarbeit zwischen Saudi-Arabien und Russland im Rahmen der Opec+ genannten Gruppe dauerhaft werden könnte, heißt es weiter.

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