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Neue Ansätze in der Ökonomie : Über rothaarige Iren, krachende Börsen und hohe Schulden

Der Zyklus von Hausse und Baisse an der Börse gründet auf einer anderen Vorstellung des Menschen, als der des Mustermenschen vieler Modelle in der Mainstreamökonomik. Bild: Getty

Zehn Jahre nach der Finanzkrise plädieren Ökonomen für ein realistischeres Menschenbild in den Theorien. Sie sagen: Aus dem Verhalten an Finanzmärkten lassen sich Prognosen für die gesamte Wirtschaft gewinnen.

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          Viele Menschen außerhalb Irlands sind der Überzeugung, ein im Vergleich zu anderen Ländern überdurchschnittlich hoher Teil der Bevölkerung sei rothaarig. Das stimmt auch. Fragt man Menschen außerhalb Irlands nach dem Anteil der Rothaarigen in dem Inselstaat, sind häufig viel zu hohe Schätzungen von 20 oder 30 Prozent zu hören. Tatsächlich beläuft sich der Anteil der Rothaarigen in der irischen Bevölkerung auf rund 10 Prozent.

          Dieses Beispiel hat der Ökonom Andrei Shleifer kürzlich auf einer Konferenz genannt, um auf ein Phänomen zu verweisen, das für die Finanzmärkte wie für die wirtschaftliche Entwicklung eine bedeutende Rolle spielt und von dem Nobelpreisträger Daniel Kahneman vor Jahrzehnten untersucht worden ist: Die Menschen neigen dazu, die Bedeutung als repräsentativ angesehener Phänomene – im Beispiel die Rothaarigkeit der Iren – zu überschätzen. Fachleute sprechen, es folgt jetzt ein schrecklich kompliziert klingendes Wort, von einer sogenannten Repräsentativitätsheuristik.

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