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Aktienmärkte : Nur ein kurzer Aufwind

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Am Montag zeigten sich die Aktienmärkte recht freundlich. Doch trotz Rekordhoch des S&P-500 zeigte sich schon da, dass die Stimmung nicht weit tragen würde.

          Die Fortschritte im amerikanisch-chinesischen Zollstreit haben dem marktbreiten amerikanischen Aktienindex S&P 500 am Montag ein Rekordhoch beschert. Der Index schloss gut behauptet 0,8 Prozent im Plus mit 2964 Punkten. Zu Handelsbeginn hatte er sogar 2977,21 Punkte erreicht.

          Der bekannte und ältere Dow-Jones-Industrial-Index  legte 0,4 Prozent auf 26.717 Punkte zu und ist derzeit noch knapp 1 Prozent von seinem Rekordhoch aus dem Oktober vergangenen Jahres entfernt. Der Auswahlindex Nasdaq 100 zog um 1,3 Prozent auf 7768 Punkte an. Die dort vertretenen Technologiewerte reagieren in der Regel sehr sensibel auf konjunkturelle Nachrichten. Sein Rekordhoch hatte der Index im Mai bei 7845,7292 Punkten erreicht.

          Bei ihrem Treffen im Rahmen des G20-Gipfels am Wochenende hatten Amerikas Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Regierungschef Xi Jinping einen „Waffenstillstand“ im Konflikt ihrer Länder vereinbart. Überraschend hob Trump vorerst auch den Bann gegen Chinas Telekomriesen Huawei auf. Außerdem sicherte der Präsident zu, die angedrohte Ausweitung der Strafzölle gegen China vorläufig auszusetzen, was eine Vorbedingung Pekings gewesen sein soll.

          Das hatte rund um den Globus die Börsen belebt, In Deutschland schloss der 100 Werte umfassende F.A.Z.-Index 0,8 Prozent höher mit 2300 Punkten. der Standardwerteindex Dax schloss 1,1 Prozent höher mit 12.521 Zählern. Beide Indizes sind weit von ihren Höchstständen aus dem Jahr 2018 entfernt: Der Dax 7,7 Prozent, der F.A.Z.-Index, der den deutschen Aktienmarkt umfassender und international vergleichbarer abbildet, sogar fast 15 Prozent.

          Für den Dienstag werden keine großen Kursgewinne mehr erwartet. Zwar gilt die Stimmung nach dem G20-Gipfel als weiter recht freundlich, doch wird etwa der Dax nur 0,3 Prozent höher taxiert. Doch schon am Montag hatten nach ersten starken Kursgewinnen die Anschlusskäufe gefehlt. Auch an der Börse in Tokio notierte der Nikkei-Index nur noch leicht im Plus bei 21.749 Punkten, nachdem er am Vortag rund 2 Prozent zugelegt hatte.

          „Euphorie ist fehl am Platz. Der Weg ist noch weit, denn die zugrunde liegenden strategischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China werden sich nicht plötzlich in Luft auflösen“, sagt Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank: Letztlich gehe es auch um die zukünftige Vormachtstellung zweier Supermächte. Es sollte bedacht werden, dass die Falken in der amerikanischen Administration weiterhin versuchen würden, die Handelsgespräche zu untergraben und den Druck auf Huawei möglichst hoch zu halten.

          Unmittelbar positive Folgen der nun vorerst aufgehobenen Sanktionen gegen Huawei bescheinigte Analyst Chris Caso vom Investmenthaus Raymond James den Chipherstellern Micron Technology, Skyworks und Qorvo. Die Aktienkurse der Konzerne zogen um bis zu 6,5 Prozent an. Es werde eine schwere Last von den Unternehmen der Lieferketten von Huawei genommen, schrieb Caso.

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