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Regierungsprogramme : Der Anleihemarkt soll die Welt retten

Für Bundesfinanzminister Olaf Scholz wird die Corona-Krise teuer. Bild: Hans Christian Plambeck/laif

Rezession und Steuereinbußen: In dieser Pandemie-Krise wachsen die Schulden des Staats auf Rekordhöhen. Doch die Notenbanken können nicht alle neuen Anleihen kaufen.

          3 Min.

          Die Corona-Krise wird dem deutschen Staat einiges abverlangen. Wie viel bleibt angesichts der noch bevorstehenden Rezession offen. Bislang wurden die Schätzungen schnell überholt. Mitte April bezifferte die Bundesregierung die Kosten noch auf 453 Milliarden Euro, wobei noch nicht einmal die Staatsgarantien von 850 Milliarden Euro berücksichtigt wurden. Doch nachdem Bundesfinanzminister Olaf Scholz in der vergangenen Woche vor dramatischen Steuerausfällen gewarnt hatte und sich Deutschland mit Frankreich auf einen EU-Wiederaufbaufonds von 500 Milliarden Euro verständigt haben, dürfte die Zahl noch einmal deutlich steigen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, schätzt die Regierungsprogramme in Reaktion auf die Corona-Pandemie auf ein Volumen von insgesamt 8,7 Billionen Dollar. Auf 9 Billionen Dollar beziffert der IWF den Wachstumsverlust der Weltwirtschaft wegen der Pandemie in diesem und im kommenden Jahr. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Japan und Deutschland zusammen. Hinzu kommen die Programme der Notenbanken wie zum Beispiel das der Europäischen Zentralbank (EZB) über 750 Milliarden Euro. Deren Anleihekäufe sind dringend notwendig, um die Flut an neuen Staatsanleihen auffangen zu können. Doch die Feuerkraft der Notenbanken alleine reicht nicht, um den Schuldenbedarf in der Weltwirtschaft bedienen zu können. Weiterhin nötig sind die anderen Investoren, insbesondere Banken, Versicherer, Pensionsfonds und Kapitalanlagegesellschaften.

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