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Begehrtes Edelmetall : Alle setzen auf Gold

Die Nachfrage nach Gold ist bei Investoren weiter gestiegen. Bild: dpa

Im ersten Halbjahr haben vor allem Notenbanken und Anleger das Edelmetall gekauft und den Preis deutlich steigen lassen. Aktuell hält das Umfeld aber einen Dämpfer parat.

          Einen Tag nach der ersten Zinssenkung der amerikanischen Notenbank Fed seit zehn Jahren ist der Goldpreis weiter gefallen. Eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) kostete am Donnerstag zeitweise 1405 Dollar und damit anderthalb Prozent weniger als am Mittwoch. Auch der Silberpreis fiel. Die amerikanische Notenbank habe die Leitzinsen erwartungsgemäß gesenkt, sagt Edelmetall-Händler Alexander Zumpfe von Heraeus. Die Fed habe sich aber zurückhaltend gezeigt, was weitere Zinssenkungen anbelange, und die Marktteilnehmer enttäuscht. Dies erkläre auch die Kursverluste von Aktien, den festeren Dollar und den deutlich nachgebenden Goldpreis. Das Edelmetall profitiert traditionell von einem Niedrigzinsumfeld, da es selbst keine Zinsen erbringt.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Für die Veränderungen des Goldpreises am Mittwoch und Donnerstag habe der Fed-Entscheid vermutlich eine wichtige Rolle gespielt, sagt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Degussa Goldhandel. Auch er verweist auf die Enttäuschung des Marktes, dass die Fed keine „Serie von Zinssenkungen“ in Aussicht gestellt habe. Dies stärke die Nachfrage nach Dollar und drücke den Goldpreis (in Dollar), zudem habe der Euro nachgegeben. Das Goldpreis-Minus vom Donnerstag habe in Euro zeitweise nur 0,5 Prozent betragen, in Dollar gerechnet dagegen 1,6 Prozent.

          Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis aber um fast 10 Prozent zugelegt, nach einem kleinen Rückgang im Jahr 2018. Viele Anleger sehen in Gold wieder einen sicheren Hafen. Das Edelmetall ist so gefragt wie lange nicht. Erstmals seit dem Jahr 2013 hat der Preis im Juni die Marke von 1400 Dollar überrundet. Mitte Juli kostete die Feinunze zeitweise sogar 1454 Dollar. Die am Donnerstag vorgelegten Zahlen des Branchenverbandes World Gold Council liefern Erklärungen für den Preisschub. Demnach ist die Goldnachfrage im ersten Halbjahr auf rund 2182 Tonnen gestiegen, der höchste Wert seit drei Jahren und ein Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zugleich war das Goldangebot von Minen und aus dem Recycling mit etwa 2324 Tonnen so groß wie seit dem Jahr 2016 nicht mehr.

          Ausmaß der Notenbank-Käufe ist beachtlich

          Die deutlich höhere Nachfrage nach Gold ist demnach vor allem auf gestiegene Käufe von Notenbanken und kräftige Zuflüsse von Anlegergeld in Fonds zurückzuführen. Im ersten Halbjahr haben Zentralbanken 374,1 Tonnen Gold (plus 57 Prozent) gekauft – der höchste Anstieg in diesem Zeitraum in der 19-jährigen Geschichte des Berichts, heißt es vom Goldverband. Weiterhin verteilten sich diese Käufe aber auf viele Staaten, wie vor allem Schwellenländer.

          Zentralbanken träten schon seit einigen Jahren als Nettokäufer auf, sagt Zumpfe. Das Ausmaß der Käufe sei dennoch beachtlich, die Institute hätten das Tempo noch einmal deutlich beschleunigt. Neben den üblichen Argumenten wie geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten spiele für die Zentralbanken auch das Thema Diversifikation eine große Rolle. Mit den Goldkäufen senkten diese ihre Abhängigkeit vom Dollar. Diese Käufe schafften Vertrauen in Gold und betonten den Währungscharakter des Metalls.

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