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Reaktion auf Klimawandel : Staatsfonds verkauft Öl- und Gasaktien

Der norwegische Staatsfonds verkauft einen Teil seiner Öl-Aktien. Bild: dpa

Norwegens Pensionsfonds, einer der weltgrößten Staatsfonds, reduziert deutlich seine Öl- und Gasbeteiligungen. Das Land will sich angesichts des Klimawandels weniger verwundbar machen.

          Der norwegische Staatsfonds trennt sich von einem Teil seiner Anlagen in der Ölindustrie. Insgesamt will die Regierung in Oslo Beteiligungen im Wert von rund 7,5 Milliarden Dollar abstoßen. Der Staatsfonds ist mit einem Gesamtvolumen von etwa 1 Billion Dollar der größte der Welt. Sein Kapital stammt selbst aus der Ausbeutung der großen Öl- und Gasvorkommen Norwegens.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die laufenden Einnahmen des norwegischen Staates seien ohnehin stark vom Ölmarkt abhängig, deshalb sei es wirtschaftlich vernünftig, die Anlagen des Staatsfonds in Ölaktien zurückzuführen, sagte die norwegische Finanzministerin Siv Jensen. „Wir verringern unsere Verwundbarkeit, indem wir unseren Fonds sukzessive aus diesem Segment zurückziehen“, sagte sie.

          Das Land reagiert damit auch auf die Warnungen mancher Fachleute, dass wegen des Klimawandels ein großer Teil der noch vorhandenen Reserven an Kohle, Öl und Gas nicht verbrannt werden und deshalb langfristig entwertet werden könnten. Zugleich hat der Klimaschutz in der norwegischen Bevölkerung einen hohen Stellenwert: In keinem Land der Welt ist der Anteil an Elektroautos so hoch wie in Norwegen.

          Im Jahr 2015 hat sich der Staatsfonds bereits von Kohleaktien verabschiedet. Beim jetzt geplanten Abbau in der Ölindustrie macht der Staatsfonds aber Kompromisse: Das Land will zwar die Aktien kleiner Ölgesellschaften verkaufen, die nur im Fördergeschäft aktiv sind. Die Papiere von Weltmarktführern wie BP, Exxon-Mobil und Shell sollen aber im Portfolio bleiben. Die Ölriesen investierten auch stark in erneuerbare Energien, verteidigte die Regierung die umstrittene Entscheidung. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach dennoch von einem Warnsignal an die Ölindustrie.

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