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„Neues Kapitel“ : VW leitet Börsengang der Lkw-Tochter Traton ein

Traton-Vorstandschef Andreas Renschler sagte, der Börsengang werde die Grundlage für weiteres Wachstum der LKW- und Bussparte bilden. Bild: Reuters

Volkswagen macht ernst und kündigt den Börsengang der Lkw-Sparte „Traton“ noch für diesen Sommer an. Der Schritt soll die Grundlage für weiteres Wachstum bilden.

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          Der lange erwartete Börsengang der Nutzfahrzeug-Sparte Traton des Volkswagen-Konzerns rückt näher. Am Montagabend kündigte das Unternehmen trotz der Unsicherheit an den Finanzmärkten den lange erwarteten Gang auf das Handelsparkett offiziell an. Die Aktien sollen in Frankfurt und in Stockholm gehandelt werden, teilte das Unternehmen mit. Der Börsengang, der 2019 der größte in Deutschland werden dürfte, soll – vorbehaltlich der Marktbedingungen – vor der Sommerpause abgeschlossen sein. „Mit der heutigen Ankündigung schlagen Volkswagen und ihre Tochter Traton ein neues Kapitel auf“, sagte Finanzvorstand Frank Witter. Traton-Vorstandschef Andreas Renschler sagte, der Börsengang werde die Grundlage für weiteres Wachstum der Lkw- und Bussparte bilden.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Volkswagen plane, weiterhin „ein engagierter Aktionär von Traton“ zu bleiben, und werde nach Abschluss des Börsengangs die Mehrheit an der Nutzfahrzeugtochter halten. Die Aktien sollen aus dem Bestand von Volkswagen kommen, eine Kapitalerhöhung soll es nicht geben. Angaben zum Volumen machte das Unternehmen in seiner Mitteilung nicht. Traton wurde als Muttergesellschaft der Lkw- und Bushersteller MAN und Scania gegründet, um das Nutzfahrzeuggeschäft des Konzerns unabhängiger von Entscheidungen aus Wolfsburg zu machen. Vor allem Renschler soll massiv auf den Börsengang gedrängt haben. Dadurch soll das Unternehmen mehr Handlungsspielraum und Zugang zu den Kapitalmärkten bekommen. „Wir haben ein ganz klares Ziel für Traton“, sagte Renschler: „Die Schaffung eines Global Champion der Transportbranche.“

          Ursprünglich war der Börsengang bereits im Frühjahr geplant gewesen. VW hatte die Finanzmärkte dann aber ratlos gemacht, als der Konzern den vor Ostern geplanten Börsengang im März überraschend abgesagt hatte. Finanzchef Witter beteuerte damals, in einem besseren Marktumfeld werde der Börsengang unverändert angestrebt. Mitte Mai hatte VW-Vorstandschef Herbert Diess auf der Hauptversammlung des Unternehmens dann überraschend die erneute Kehrtwende angekündigt und gesagt, dass sich der Wolfsburger Konzern stärker auf das automobile Kerngeschäft konzentrieren werde. „Wir überprüfen, ob wir noch der beste Eigentümer für die unterschiedlichen Geschäfte sind“. Mit dem Börsengang von Traton, für den der Aufsichtsrat am Vorabend der Hauptversammlung des Weg vorgegeben hatte, habe VW einen Anfang auf diesem Weg gemacht.

          Da der Börsengang im zweiten Anlauf nun vor dem Sommer kommen soll, war Eile geboten. Weil die Vorbereitungen weit gediehen sind, ist das Prozedere für ein öffentliches Angebot schnell auf den Weg zu bringen. VW bestätigte nun auch, dass die Konsortialbanken Deutsche Bank, JP Morgan, Goldman Sachs und Citi die geplante Transaktion koordinieren. Weitere Banken sind beteiligt. Die Emission dürfte erfolgreicher werden, nachdem es nun wirklich zu der Doppelplatzierung in Frankfurt und in Stockholm. Das zu Traton gehörende Scania war einst an der schwedischen Börse notiert.

          Mit Traton kündigt sich der wahrscheinlich größte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr an. Im März hieß es noch, dass VW für Traton einen Börsenwert von 15 Milliarden Euro anstrebe und ein Aktienpaket von bis zu 25 Prozent verkaufen wolle. Zuletzt war unter Investmentbankern nur noch die Rede von 10 bis 15 Prozent der Aktien.

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