https://www.faz.net/-gv6-9r8a7

Hochzinsanleihen : Euroboden zum dritten

Auch aus dem ehemaligen Hochbunker in München-Schwabing hat Euroboden ein Wohn- und Geschäftshaus gemacht. Bild: Euroboden

Der im gehobenen Wohnsegment aktive Projektentwickler und Bauträger Euroboden kommt am Montag mit einer neuen Anleihe auf den Markt. Allem Anschein nach ist die Nachfrage gut.

          4 Min.

          Wer erinnert sich noch an den Wirbel um „Mittelstandsanleihen“? Schon bald zehn Jahre ist es her, da machten hoch verzinsliche Anleihen deutscher Mittelständler kurze Zeit Furore. Nach kaum einem Jahr gab es die ersten Zahlungsausfälle, die sich alsbald häuften, bis die Ernüchterung die Begeisterung auslöschte. Das heißt aber nicht, dass es keine Emissionen derartiger geringvolumiger Anleihen, deswegen auch als „Mini-Bonds“ bezeichnet, mehr gäbe. Fünf Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 210 Millionen Euro, stehen aktuell zur Begebung an, zwei davon sind in der Zeichnung.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine davon stammt von Euroboden, die an diesem Montag in die Zeichnung geht. Es ist die dritte Anleihe des Münchener Immobilienprojektentwicklers und Bauträgers, wieder mit einer für Privatanleger attraktiven Laufzeit von fünf Jahren und diesmal einem Zinskupon von 5,5 Prozent. Das ist wieder etwas weniger als die Vorgängeranleihen, die mit Kupons von 7,375 Prozent (2013) und 6 Prozent (2017) aufgelegt wurden, doch in etwa der gleiche Abstand zu dem, was eine fünfjährige Bundesanleihe abwirft oder seinerzeit abgeworfen hat

          Die Nachfrage ist allem Anschein nach schon jetzt groß. Mitte August hatte Euroboden ein Volumen von 30 Millionen Euro angekündigt, mit einer Möglichkeit, um weitere zehn Millionen Euro aufzustocken. Diese Option zog das Unternehmen nun schon Anfang des Monats. Eine Erklärung hat Geschäftsführer und Teilhaber Martin Moll dafür. „Die Mittel aus der Anleihe geben uns die Möglichkeit, Projekte unkompliziert anzukaufen. Das trägt zu unserem sehr guten Ruf bei. Nicht wenige unserer Verkäufer äußern daher Interesse, einen Teil des Erlöses bei uns zu investieren und kaufen daher unsere Anleihen.“

          EUROBODEN GMBH IHS 17/22

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Aber die Rückwirkung auf die Re-Finanzierung ist für Euroboden eher ein durchaus nicht unwillkommener Sekundäreffekt. In erster Linie sei die Möglichkeit, Käufe aus eigener Liquidität ein klarer Wettbewerbsvorteil, auch mit Blick auf eine ergänzende Bankfinanzierung. Die von der Holding aufgenommen Anleihemittel werden auf Projektebene zu Eigenkapital und das sei für die Banken ausschlaggebend. Es sei diesen sogar eher recht, wenn keine weiteren Eigenkapitalgeber vorhanden seien. Und nicht nur den Banken. „Co-Investoren sind so eine Sache“, sagt Moll. „Unter Umständen stellen sie den einheitlichen Markenauftritt in Frage, weil die Interessenlage nicht immer gleich ist. Deswegen sollen Euroboden-Projekte in der Hand der Geschäftsführung bleiben.“

          Das sei auch für die Anleger eine Vorteil, denn das gewähre eine gewisse Risikostreuung – für den Fall, dass einmal ein Projekt schieflaufen sollte. „Das ist bei uns aber in 20 Jahren noch nicht vorgekommen“, sagt Moll.

          Baukosten machen am Preis wenig aus

          Euroboden setzt darauf, Grundstücke zu erwerben, auf denen „Baurecht geschaffen werden kann“, etwa in zweiter Reihe. Durch diese Baurechtschaffung entstehen erhebliche stille Reserven, die das Unternehmen derzeit auf mehr als 100 Millionen Euro oder mehr als 100 Prozent der Kaufpreise beziffert. Das klingt einfacher als es ist: Rund 5000 Grundstücke schaut man sich im Jahr an. Nur fünf bis zehn werden dann auch gekauft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wie teuer wird die Reise für diese Autos? Das hängt von der Zollentscheidung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump ab.

          Handelskonflikt mit der EU : Verschiebt Trump die Autozölle?

          Die Zeichen mehren sich, dass Amerika vorerst keine neuen Zölle auf europäische Autos erhebt. Offenbar will der amerikanische Präsident damit auch auf Ursula von der Leyen zugehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.