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Neue Anleihen : Wie verhindert man Negativzinsen?

Auch bei der EZB sucht man nach Lösungen für negative Zinsen Bild: Lucas Bäuml

Wertanlagen mit negativer Rendite werden in der Branche gemieden. Doch auch Papiere mit positiven Zinsen lohnen kaum. Nur wer wirklich das Risiko sucht, kann auf Dauer belohnt werden.

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          Gespräche mit institutionellen Investoren sind zurzeit von einer illusionslosen Nüchternheit geprägt. Wertpapiere mit Negativzinsen wolle man sich auf keinen Fall ins Portfolio holen, ist da zu hören. Doch selbst wenn Anleihen eine positive Rendite versprechen, erscheinen die Konditionen abenteuerlich – zumindest im Vergleich zu denen vor einigen Jahren. So kann sich der Autozulieferer Hella zu einem Kupon von 0,5 Prozent für siebeneinhalb Jahre frisches Geld beschaffen.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Nun sind es keineswegs einfache Zeiten für den Lichtspezialisten. An der Börse hat der Aktienkurs seit einem Jahr rund 30 Prozent an Wert verloren. Auch das Moody’s-Rating Baa1 kennzeichnet gerade mal eine durchschnittliche Anleihe, die im Risiko steht, wenn sich die wirtschaftliche Lage ändert – was angesichts schwacher Konjunkturdaten und einem konstant niedrigem Ifo-Geschäftsklimaindex auch nicht völlig abwegig ist.

          Wer wagt, der gewinnt vielleicht

          Doch die Zeiten sind nun einmal so. Große Risikoprämien sind nur zu erwarten, wenn sich die Anleger auf ein echtes Abenteuer einlassen. Auch mit einer zehnjährigen Anleihe des Getränkeherstellers Coca-Cola lässt sich das Risiko nicht besser diversifizieren. Gerade einmal 2,45 Prozent Rendite verspricht das Papier. Auf der Stufe BBB+ von Standard & Poor’s wird Coca-Cola genauso bewertet wie Hella.

          Der Zinsaufschlag gegenüber deutschen Anleihen rührt vom höheren Zinsniveau und der etwas größeren Wirtschaftsdynamik in Amerika. Doch auch dort beginnen Unternehmen unter dem chinesisch-amerikanischen Handelskonflikt zu leiden. Profitiert der Anleger vom größeren Risiko? Nein, investiert er in eine dreijährige Anleihe des Autoherstellers General Motors, liegt der Kupon gerade einmal bei 0,2 Prozent.

          Mit Staatspapieren wird es natürlich nicht besser. Österreich hat gerade eine zehnjährige Anleihe mit einem Kupon von 0,5 Prozent gegeben. Die kleine Risikoprämie ist damit zu erklären, dass die Alpenrepublik anders als Deutschland nur auf der zweithöchsten Stufe (Aa1 bei Moody’s. AA+ bei S&P) geführt wird. Dagegen beruht der Kupon von 0,2 Prozent der Hansestadt Hamburg auf der langen Laufzeit bis 2049. Allenfalls noch das Land Rheinland-Pfalz mit 0,25 Prozent für zehn Jahre lässt aufhorchen.

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