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Aktienmarkt : Die Woche der Börsenneulinge

Wohnmobil-Urlaub liegt derzeit voll im Trend: Gut für Börsenneuling Knaus Tabbert Bild: dpa

Drei größere Erstnotizen stehen am deutschen Aktienmarkt in den kommenden Tagen bevor. Und zumindest zwei davon werden bislang offenbar positiv aufgenommen.

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          Nachdem in den ersten Monaten des Jahres bei Börsengängen Flaute herrschte, hat das Geschäft jetzt richtig Fahrt aufgenommen. Nach zunächst drei Börsengängen kleinerer Unternehmen zwischen Mai und Juli, stehen in den kommenden Tagen drei Erstnotizen mit größerem Gewicht an. Als erster fährt der Wohnmobilbauer Knaus Tabbert vor. Dieser bietet seine Aktien in einer Preisspanne zwischen 58 und 74 Euro an. Für das Unternehmen spricht nicht zuletzt, dass dank der Corona-Pandemie Camping im Trend liegt. Im Juli wurden in Deutschland doppelt so viele Wohnmobile neu zugelassen wie im Vorjahr. Und nimmt man den im Vorfeld stattfindenden „Handel per Erscheinen“ als Indiz, so scheint die Emission zu laufen. Der Anbieter Tradegate weist Kurse zwischen 75 und 78 Euro aus. Indes ist das Volumen ausgesprochen dürftig.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Freitag folgt mit Hensoldt die ehemalige Rüstungselektroniksparte von Airbus. Das Unternehmen weist für das erste Halbjahr einen starken Anstieg des Auftragseingangs aus. Positiv gesehen wird unter anderem, dass der Hauptkunde Bundeswehr dauerhaft mehr Geld ausgeben soll und muss. Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Veränderungen in der Unternehmensstruktur sehen die im Prospekt ausgewiesenen Gewinne für die Vergangenheit nicht ganz so attraktiv aus Doch für die Zukunft versprechen sich die Anleger mehr: Im Handel per Erscheinen wird die Aktie mit 19 bis 21 Euro notiert, während die Zeichnungsspanne bei 12 bis 16 Euro liegt. Eine Besonderheit dieses Börsengangs ist, dass die Zahl der Aktien, die letztlich verkauft werden, variabel ist und sich nach dem Zielvolumen richtet, das 400 Millionen Euro beträgt.

          Eine Erstnotiz ganz anderer Couleur ist am kommenden Montag Siemens Energy, mit einer geschätzten Marktkapitalisierung um 20 Milliarden Euro. Nach nunmehr 15 Monaten endlich mal wieder ein richtiger Brocken, der mit einem Streubesitz von 55 Prozent längerfristig auch ein Kandidat für den Standardwerteindex Dax sein kann. Allerdings muss sich der Wert von Siemens Energy erst einmal herauskristallisieren. Denn ein öffentliches Angebot gibt es hier nicht. Vielmehr teilt Siemens einmal mehr seinen Aktionären die Aktien der künftig rechtlich selbständigen Sparte im Verhältnis 2:1 zu. Im Handel muss sich dann der Preis zurecht ruckeln.

          Skepsis gegenüber Siemens-Abspaltungen

          Gegenüber Siemens-Abspaltungen gibt es an der Börse eine gewisse Skepsis, entwickelten sich mit Ausnahme von Healthineers die meisten mäßig bis schwach. Im zweiten Kalenderquartal dürfte Siemens Energy jedenfalls hohe Verluste eingefahren haben, und zwar wegen der spanischen Windkraft-Tochter Gamesa. Jetzt stehen vor allem Einsparungen auf dem Programm.

          In Amerika stehen in dieser Woche acht Börsengänge bevor, der größte mit einem Volumen von fast drei Milliarden Dollar vom Datenanalysten Palantir, der unter anderem für die amerikanischen Geheimdienste arbeitet. International wartet man zudem auf Ant Financial, die Finanzsparte des chinesische Internet-Konzerns Alibaba. Dieser könnte ein Volumen von 35 Milliarden Dollar erreichen. Das wäre dann ein Weltrekord.

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