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Nervöse Märkte : Das Pfund wertet wieder auf

  • Aktualisiert am

Wohin führen Großbritanniens nächste Schritte? Bild: Reuters

Das Auf und Ab des Pfund-Wechselkurses geht weiter. Am Mittwoch ist es wieder ein Auf. Kurzfristig wird die Volatilität bleiben, längerfristig aber sehen Analysten Chancen.

          Der Wechselkurs des britischen Pfunds setzt am Mittwoch seine Berg- und Talfahrt fort. Diesmal wertet es wieder auf und gewinnt zu Dollar und Euro knapp einen Cent auf 1,315 Dollar und 1,1646 Euro. Die abermalige Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament am Vorabend war erwartet worden und hatte den Wechselkurs schon am Dienstag stark unter Druck gesetzt.

          Das Pfund habe sich zwar stabilisiert, doch die Abwärtsrisiken blieben hoch, schreibt Neil Wilson, Chef-Marktanalyst von Markets.com. Das Niveau von 1,30 Dollar sei ein recht robuste Unterstützung. Dass fast sicher sei, dass ein Brexit ohne Abkommen am Abend im Unterhaus abgelehnt werde, stütze den Kurs.

          „Das Pfund handelt nach wie vor auf stärkerem Niveau als zu Beginn des Jahres, was in erster Linie daran liegen dürfte, dass der Markt weiterhin auf eine Verschiebung des Austrittsdatums setzt“, schrieb Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Völlig offen sei allerdings, wie eine Verlängerung des Brexit-Prozesses konkret aussehen könne. „Auch wenn man sich mit der EU auf den exakten Zeitraum einigen kann, ist weiter unklar, wie am Ende ein Austrittsabkommen zustande kommen soll“, kommentierte Andreas Speer, Analyst der BayernLB.

          GBP/USD

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          Am heutigen Mittwoch wird das Parlament in London über die Möglichkeit eines Austritts Großbritanniens aus der EU ohne ein Abkommen abstimmen. „Es ist zu vermuten, dass sich die Abgeordneten gegen einen Austritt ohne Abkommen aussprechen werden“, sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Danach werde das Unterhaus wohl am Donnerstag einer Verlängerung der Austrittsfrist zustimmen.

          Wilso erwartet einen weitere volatilen Handel mit dem Pfund, solange die Unsicherheit anhalte. Langfristig aber könne das Pfund aufwerten, da sich das Parlament stärker auf einen sanfteren Brexit zubewege. Wilson geht davon aus, dass am Donnerstag der Brexit-Termin verschoben wird. Da die EU einen Plan für die Verschiebung verlange, werde die Initiative von der Regierung auf das Parlament übergehen, was Neuwahlen wahrscheinlich mache. Daher werde auch die Verschiebung wohl größer ausfallen, als viele jetzt erwarteten.

          Die ganze Situation sei sehr verworren und auch Neuwahlen müssten daran nicht unbedingt etwas ändern. Daher bleibe die Unsicherheit und das könne tatsächlich zu einem zweiten Referendum führen, was für den Pfund-Kurs wiederum positiv wäre. Die technischen Signale vom Montag sprächen allerdings für eine längerfristige Aufwertung. Sollte Großbritannien die EU allerdings ohne Abkommen verlasse, wäre dies alles hinfällig.

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