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Mögliches Verbot : Die Hilflosigkeit der Politik bei Negativzinsen

Bankenplatz Frankfurt. Die Negativzinsen breiten sich immer weiter aus. Bild: Michael Braunschädel

Die Bundesregierung prüft ein Verbot von Negativzinsen. Doch so einfach wird sich dieses Phänomen ökonomisch nicht beseitigen lassen. Was könnte sie tun?

          3 Min.

          Die Bundesregierung hat ein populäres Thema entdeckt: Nach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) prüfen lassen, ob man Negativzinsen für Spareinlagen bis 100.000 Euro einfach verbieten lassen kann. Bislang sind solche „Verwahrentgelte“, wie die Banken sie nennen, bei Beträgen unterhalb dieser Größenordnungen ohnehin der Ausnahmefall. Gleichwohl wetterte der Verband „Deutsche Kreditwirtschaft“, der Dachverband der Bankenverbände, am Donnerstag: „Gesetzliche Verbote sind in einer Marktwirtschaft systemfremd, helfen dem Kunden nicht weiter und können zu einer gefährlichen Instabilität der Finanzmärkte führen.“

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hat ein staatliches Verbot von Negativzinsen denn überhaupt eine Aussicht, das gewünschte Ziel zu erreichen, dieses aus Sicht der Sparer unerfreuliche Phänomen verschwinden zu lassen? Hans-Peter Burghof jedenfalls, Bankenprofessor an der Stuttgarter Universität Hohenheim, hat da so seine Zweifel. Hinter den kritisierten negativen Zinsen bei Banken stünden schließlich viel größere Entwicklungen, sagt er. „Der Realzins, also der Zins unter Berücksichtigung der Inflation, ist schon seit Jahren rückläufig“, sagt Burghof, „unter anderem aufgrund der hohen Ersparnisse der Menschen fürs Alter.“

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