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Nebenwerte 2018 (5) : Staramba - Avatare für die Virtual Reality

Ronaldo für jedermann: 3D-Avatare machen den Kick mit virtuellen Stars möglich. Bild: Staramba

Staramba entwickelt digitale Abbilder echter Menschen. So ermöglicht das Berliner Start-up virtuelle Treffen mit Idolen wie Cristiano Ronaldo.

          Das Berliner Start-up-Unternehmen Staramba entwickelt Hard- und Software, die für Avatare in virtuellen Welten (Virtual Reality) genutzt wird. „Es ist wie das Spiel Sims in 3D“, sagt Gründer und Großaktionär Christian Daudert über die Anwendung der Avatare. Das Geschäft kommt an: Der Kurs der Aktie ist seit dem Börsengang im Mai 2015 um 586 Prozent gestiegen. Aber auch im Einjahresverlauf verzeichnet der Kurs einen Zugewinn von 63 Prozent.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Staramba entwickelt und vertreibt nicht nur 3D-Scanner, sondern betreibt auch für die virtuelle Welt „Staramba Spaces“. In dieser können digitale Abbilder echter Menschen mit anderen Avataren interagieren. Das Unternehmen bietet schon Avatare von bekannten Fußballspielern wie Manuel Neuer oder Cristiano Ronaldo an.

          Nutzer können sich mit ihrem Idol auf dem Fußballplatz treffen und mit Cristiano Ronaldo kicken, sagt Daudert, der auch dem Aufsichtsrat vorsteht. Der Fußballstar wurde zuvor im 3D-Scanner von Staramba gescannt und mittels Künstlicher Intelligenz zum Leben erweckt.

          STARAMBA SE O.N.

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          Am Unternehmen Staramba sind wieder ganz reale Fußballgrößen beteiligt, so unter anderem die Sportdirektoren von Eintracht Frankfurt und Bayern München, Fredi Bobic und Hassan Salihamidžić als größte Einzelaktionäre. Die Nutzung von „Staramba Space“ ist mit 3D-Brillen möglich, der Eintritt kostenlos. „Für Premium-Content muss jedoch gezahlt werden“, sagt Daudert. Dazu zählt etwa die Möglichkeit, mit Elvis Presley Gitarre zu spielen – oder diese Fertigkeit zunächst zu erlernen. „Im Schnitt zahlen nur 3 bis 5 Prozent der Nutzer, diese aber 30 bis 40 Dollar pro Monat“, so Daudert.

          Ein Drittel des Umsatzes kommt von der 3D-Datenbank des Unternehmens, die momentan die Datensätze von 10.000 Avataren umfasst. Diese werden unter anderem von Videospiele-Entwicklern genutzt, um Avatare für  Spiele wie „Fifa“ oder „Pro Evolution Soccer“ zu nutzen. Um die Sicherheit der Datensätze mache sich der Geschäftsführer keine Sorgen. Diese sei durch die integrierte Blockchain-Technologie gesichert.

          Nicht nur ein Spiel

          Die Anwendung der Avatare beschränkt sich aber nicht nur auf das Spielerisch: „Die Felder, die mit den Avataren erschlossen werden können, sind riesig“, sagt Daudert. Unter anderem sei das Unternehmen im Gespräch mit der deutschen Telekom, um in das  elektronische Gesundheitsgeschäft einzusteigen. Mit der genauen Vermessung des Menschen sollen Aussagen über seinen Gesundheitszustand getroffen werden können, da millimetergenaue Messungen innerhalb von Sekunden möglich sind.

          Ein weiteres Anwendungsfeld sei die Kooperation mit Onlinehändlern. Millionen Euro könnten gespart werden, sagt Daudert, wenn mit Hilfe von Avataren exakte passende Kleidung durch virtuelles Ankleiden gefunden werden könne. Denn kostenlose Retouren sind ein großer Kostenfaktor für viele Internetshop-Anbieter.

          Staramba befinde sich aber noch in der frühen Start-up-Phase, sagt der Geschäftsführer. In den nächsten Jahren sei aber dennoch mit einem stärkeren Wachstum zu rechnen, vor allem wenn sich die Virtual Reality etabliere. Im ersten Halbjahr 2017 erzielte das Unternehmen, das seine Mitarbeiteranzahl erst kürzlich um 70 Personen erhöht hat, einen Umsatz von 5,3 Millionen Euro. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens, dessen Aktie bei 64,80 Euro notiert, beträgt dagegen rund 151 Millionen Euro.

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