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Nebenwerte 2018 (2) : Reisezielkenner Holidaycheck

Auf der Suche nach den besten Reisezielen: Holidaycheck will „den Kunden dort abholen, wo er ein Problem hat“. Bild: obs

Der Internetreisevermittler Holidaycheck will das „urlauberfreundlichste Unternehmen der Welt“ sein – und setzt vor allem auf die Bewertungen seiner Kunden.

          „Urlaub als Beruf“ ist der Werbeslogan, mit dem der Internetreisevermittler Holidaycheck auf Personalsuche geht. Und Personal brauchte das Unternehmen zuletzt eine ganze Menge. Denn wenn man – so der eigene Anspruch – das „urlauberfreundlichste Unternehmen der Welt“ sein will, geht zum einen nichts über persönliche Beratung. „Wir wollen den Kunden dort abholen, wo er ein Problem hat“, sagt der Finanzvorstand Markus Scheuermann. Und man tut alles, um den Kundenfokus zu propagieren. So steht an jedem Arbeitsplatz ein Stuhl mit einem Handtuch. Wer immer sich darauf setzt, soll die Perspektive des Urlaubers einnehmen. Holidaycheck ist der Rechtsnachfolger der Tomorrow Focus AG, die sich seit dem Jahr 2016 allein auf das Reisegeschäft konzentriert. Die traditionelle Werbevermarktung hat man ebenso verkauft wie die Partnerbörse Elitepartner und das Arztempfehlungsportal Jameda.

          Jede Bewertung wird geprüft

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Stolz ist Holidaycheck vor allem auf das Bewertungsportal. „Wir sind im deutschen Markt die Nummer eins“, sagt Scheuermann. Nirgendwo finde man so viele hochwertige Kundenbewertungen. Nach zwei Jahren schon sei die Plattform einmal komplett erneuert worden. Doch das kostet Geld. „Keine Bewertung geht bei uns online, die nicht geprüft wurde“, versichert Scheuermann. „Nicht nur deswegen sind wir Testsieger bei der Stiftung Warentest geworden.“ Kommentare werden zunächst automatisiert nach Auffälligkeiten untersucht – etwa ob ein Autor sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten aufgehalten haben müsste. Bei Zweifeln werden die Verfasser angeschrieben. „Im Reisebüro bekommen Sie diese Beratung nicht“, sagt Scheuermann. „Im Zweifel kennt der Mitarbeiter das Hotel auch nicht.“ Oder muss sich eben bei Holidaycheck schlaumachen.

          HOLIDAYCHECK GRP AG

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          Auf der Ertragsseite konnte das Unternehmen in den vergangenen Jahren trotz steigender Umsätze mit roten Zahlen nicht wirklich punkten. „Wir haben Personal aufgebaut und in die technische Entwicklung investiert“, sagt der Vorstand. „Bis zur Trennung von Tomorrow Focus war Holidaycheck die Cashcow, der Investitionsschwerpunkt lag aber auf anderen Marken der Gruppe.“ Zudem sei das Jahr 2015 für den Tourismus mit Anschlägen in Ägypten und dem Putsch in der Türkei und den daraus folgenden Stornierungen ein „Seuchenjahr“ gewesen, von dem sich die Branche nur langsam erholt habe. Im ersten Quartal aber hat sich das Ergebnis deutlich verbessert, und auch die angestrebte operative Marge von 15 Prozent wurde fast erreicht. Darüber aber will man nicht hinaus. „Der Markt ist groß, da können wir noch wachsen“, skizziert Scheuermann die Strategie. „Wir haben eine Kreuzfahrt-Plattform gestartet, und paketierte Rundreisen könnten auch ein interessantes Geschäft sein.“

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