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Nebenwerte 2018 (1) : Mensch und Maschine - Fräsen im Blitztempo

Fabrik der Zukunft: „Mensch und Maschine“ ist auf CAM-Software spezialisiert. Bild: obs

Mit der Software von „Mensch und Maschine“ können plane Flächen bis zu zehnmal schneller gefräst werden als üblich. Auch der Aktienkurs des bayerischen Unternehmens ist derzeit rekordverdächtig.

          Fast wäre es gelungen. Nur knapp verfehlte der Kurs von „Mensch und Maschine“ am Montagabend mit 25,30 Euro nach mehr als 20 Jahren sein Allzeithoch. So musste man sich eben mit einem 20-Jahres-Hoch bescheiden. Aber eine rekordverdächtige Leistung kann das Software-Unternehmen für sich verbuchen. „Wir sind, soweit ich weiß, die meist-überzeichnete Neuemission aller Zeiten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Adi Drotleff, der Mensch und Maschine vor 35 Jahren gegründet hat und dem Unternehmen ebenso lange vorsteht. Mehr als 80 Millionen Aktien wollten Anleger damals von einem der Pioniere des Neuen Marktes haben – gerade 459.000 waren im Angebot. „Am Ende wurden die Aktien verlost“, erinnert sich Drotleff.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Unternehmen aus Wessling zwischen Ammersee und Starnberger See ist auf Produktionssoftware spezialisiert, vornehmlich CAM-Software, mit der Maschinen betrieben werden. Fast die Hälfte des Rohertrags kommt aus den Produkten der Tochtergesellschaft Open Mind. Deren Software sorgt dafür, dass plane Flächen bis zu zehnmal so schnell gefräst werden können wie üblich. „Neue Kunden wollen das oft nicht glauben. Also geben Sie uns ein Teil, das man eigentlich gar nicht fräsen kann, und sind am Ende überrascht.“ Doch die Software kommt auch in anderen Bereichen zum Einsatz: Bei der Planung und Kalkulation im Garten- und Landschaftsbau etwa oder bei der Konstruktion von Walzenladern im Kohlebergbau.

          MENSCH UND MASCH.O.N.

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          Der Aktienkurs erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Nachdem der Kurs 14 Jahre lang nicht mehr über die Marke von 7 Euro gekommen war, kletterte er seit 2015 auf mehr als das Dreifache. Hintergrund ist eine wesentlich verbesserte Ertragslage aufgrund eines geänderten Geschäftsmodells. Lange Jahre machte Mensch und Maschine einen Großteil seines Umsatzes mit dem Vertrieb der Software des Marktführers für Design-Software Autodesk. Doch hier waren die Margen stets schwächer.

          Mittlerweile vertreibt man nur noch als Systemhaus kundenspezifische Lösungen der Autodesk-Software. Nur noch 17 Prozent des Rohertrags kommen aus dem Autodesk-Geschäft. Zwei Drittel des Jahresumsatzes von zuletzt 161 Millionen Euro macht Mensch und Maschine im deutschsprachigen Raum, ein Viertel im sonstigen Europa. „Aber China und die Vereinigten Staaten sind im Kommen“, sagt Drotleff, der knapp 45 Prozent der Anteile hält. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 30 ist die Aktie zwar schon gut bewertet, dafür bietet sie eine Dividendenrendite von knapp 3 Prozent. Ausgefallen ist diese seit 2006 nur einmal, und auch das liegt acht Jahre zurück.

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