https://www.faz.net/-gv6-9ah18

Nebenwerte 2018 (7) : Biofrontera kämpft gegen Hautkrebs

Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung Bild: dpa

Biofrontera hat sich auf die Bekämpfung des hellen Hautkrebs spezialisiert. Das begrenzt den Markt auf Bevölkerungen mit hellen Hauttypen. Immer noch groß genug.

          2 Min.

          Das im Jahr 1977 gegründete Leverkusener Unternehmen Biofrontera entwickelt und vertreibt Medikamente gegen hellen Hautkrebs – und das zumindest im vergangenen Jahr mit Erfolg. Im Jahr 2017 verdoppelte das Unternehmen seinen Umsatz von rund 6 auf 12 Millionen Euro. Grund sei die Zulassung des Medikaments Ameluz gegen Hautkrebs in den Vereinigten Staaten im Mai 2016 und die Produkteinführung im darauf folgenden Oktober gewesen, sagt Finanzvorstand Thomas Schaffer.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Biofrontera in Amerika. „Im Prinzip steht uns der amerikanische Markt offen“, sagt Schaffer. Schon jetzt hätten rund 700 der knapp 10.000 amerikanischen Dermatologen, die sich auf rund 3000 Praxen verteilen,  mindestens einmal das von Biofrontera entwickelte Medikament gekauft.

          Dennoch gebe es Probleme auf dem amerikanischen Markt. Ein Konkurrent habe es geschafft, einigen Ärzten hohe Mengenrabatte zu gewähren, ohne dass sich diese auf seinen Verkaufspreis auswirken. Der Erstattungspreis der Kassen orientiere sich unter anderem am durchschnittlichen Verkaufspreis des Medikaments. Dadurch seien manche Ärzte in der Lage, günstiger wegzukommen. „Damit können wir noch nicht mithalten“, sagt Schaffer. Dennoch sei man optimistisch, im amerikanischen Markt aufgrund des besseren Produktes zukünftig eine große Rolle zu spielen.

          Zulassungen mit Tücken

          Viele andere Märkte seien dagegen auszuschließen. Die langjährige und exzessive Sonneneinstrahlung, die hellen Hautkrebs fördere, sei besonders für den kaukasischen Hauttyp ein Problem. Daher sei Asien beispielsweise kein Markt für Biofrontera. Während es in den Vereinigten Staaten notwendig ist, dass das Medikament Ameluz nur in Kombination mit der anschließenden Lichtbehandlung eingesetzt wird, um die Kosten erstattet zu bekommen, gilt in Deutschland das Gegenteil: Nur, wenn das Medikament ohne weitere Behandlung wirkt, werden die Kosten von den gesetzlichen Versicherungen übernommen.

          Daher führte Biofrontera in Kooperation mit anderen europäischen Wettbewerbern eine Studie durch, die belegen sollte, dass das Medikament auch ohne anschließende Lichttherapie wirkt und die bloße Sonneneinstrahlung zum gleichen Effekt führt. Die Studie führte zum gewünschten Erfolg: „Seit Anfang dieses Jahres liegt das Medikament in Deutschland im Erstattungsbereich der gesetzlichen Krankenkassen“, sagt Finanzvorstand Schaffer.

          BIOFRONTERA AG NA O.N.

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die Zulassung des Medikaments in den unterschiedlichen Ländern und deren individuelle Anforderungen wird Biofrontera auch künftig vor große Herausforderungen stellen. Selbst mit einer europäischen Zulassung müssen zunächst auch nationale Behörden noch zustimmen, in manchen Ländern sogar zusätzlich noch einzelne Provinzen, sagt Schaffer. Biofrontera konzentriere sich daher auf die erfolgversprechendsten Regionen.

          Die Einführung und Vermarktung des Medikaments in anderen Ländern führt zu steigenden Vertriebskosten. Im Jahr 2017 stiegen diese von 8,8 auf 16,9 Millionen Euro. Dies erklärt unter anderem das negative Konzernergebnis von 16,1 Millionen Euro. In den vergangenen fünf Jahren stieg der Wert der Aktie, die auch auf dem amerikanischen Börsenparkett der Nasdaq gehandelt wird, um 46,4 Prozent und notiert aktuell bei einem Kurs von 5,60 Euro.

          Sie hat sich damit wieder erholt. Die Aktie hatte nach dem Börsengang Ende 2006 zunächst im Bereich von 13 Euro notiert. Im Zuge der Finanzkrise war der Kurs dann bis auf 63 Cents gesunken. Anfang 2016 begann dann der jüngste Aufwärtstrend, der sie im März bis auf 7,19 Euro geführt hatte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt er nichts Gutes.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.