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Sechs-Jahres-Hoch : Die Goldrally kann weitergehen

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Bild: AFP

Lange blieb der Goldpreis wenig verändert. Seit einigen Tagen zieht er deutlich an und hat ein Rekordniveau erreicht. Einiges spricht für eine Fortsetzung.

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          Der Goldpreis setzt seinen jüngsten Höhenflug fort. Aktuell kostet eine Feinunze (rund 31 Gramm) des Edelmetalls rund 1428 Dollar. Das ist der höchste Stand seit Mai 2013, also seit rund sechs Jahren. In der Spitze kostete die Feinunze bis zu 1261 Euro. In Euro gerechnet wurde der höchste Stand seit Januar 2013 erreicht.

          Gold erhält derzeit von mehreren Seiten Zulauf. Zum einen sorgt die Aussicht auf Zinssenkungen durch die amerikanische Notenbank Fed für Preisauftrieb. Der Grund: Gold hat einen „natürlichen“ Zinsnachteil, weil es im Gegensatz zu vielen Finanzanlagen keine Erträge wie Zinsen abwirft. Dieser Nachteil wiegt mit fallenden Zinsen jedoch schwächer, was den Goldpreis treibt.

          Neil Wilson, Analyst bei Markets.com sieht in den fallenden realen Renditen den Schlüsselfaktor des Goldpreisanstiegs. Sollten diese weiter zurückgehen, dürfte auch der Goldpreis weiter steigen und rasch  mehr als 1600 Dollar erreichen. Die aktuelle Entwicklung sei vergleichbar mit der im Jahr 2016.

          Auch der zuletzt schwächere Dollar - ebenfalls eine Folge absehbar fallender Zinsen - lässt den Goldpreis steigen. Edelmetalle werden überwiegend in der amerikanischen Währungen gehandelt. Fällt der Dollar, wird Gold für Nachfrager außerhalb des Dollarraums erschwinglicher. Das treibt die Nachfrage und den Preis.

          Gold

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          Hinzu kommen zahlreiche politische und wirtschaftliche Krisen in der Welt. Hierzu zählen die vielen von den Vereinigten Staaten ausgehenden Handelskonflikte, allen voran der Zoll- und Technologiestreit mit China. Auf politischer Ebene wiegen vor allem die Spannungen mit dem Iran schwer. Nach neuen Sanktionen der Amerikaner sprach der Iran am Dienstag davon, dass der Weg zu diplomatischen Lösungen für immer verschlossen worden sei.

          Auf die Fed kommt es an

          Für die weitere Entwicklung komme es jedoch sehr auf die Fed an, meint Wilson und wie sehr diese die aktuelle Rally am Anleihenmarkt schüre, indem sie den eingepreisten Erwartungen an ihre Zinspolitik gerecht werde. Technisch sei die jüngste Rally aber schon ein wenig zu weit gelaufen.

          Jasper Lawler, Leiter des Researchs des Derivatehändlers London Capital Group, glaubt dass der Goldpreis auf 1680 Dollar steigen kann. Dafür spreche die Schwäche des Dollar im Vorfeld der erwarteten Zinssenkungen und die geopolitische Situation. Zwar äußerte er sich skeptisch, ob die diplomatischen Kanäle zwischen Iran und den Vereinigten Staaten „für immer“ verschlossen bleiben, doch die Spannungen würden eine Weile erhalten bleiben.

          Sollte jedoch Fed-Gouverner Jerome Powell am Abend vor dem Rat für Auslandsbeziehungen die Markterwartungen einer Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte im Juli dämpfen, könnte dies dem Dollar helfen und den Goldpreis wieder fallen lassen.

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