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Sessions-Rücktritt : Kurse der Marihuana-Aktien steigen

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Amerikas Justizminister Jeff Sessions bei seinem Auftritt in Washington. Bild: AP

Der amerikanische Justizminister Jeff Sessions war auch ein vehementer Gegner der Legalisierung von Marihuana. Seinen Rücktritt feiern Anleger mit üppigen Kurssteigerungen.

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          Der Rücktritt des amerikanischen Justizministers Jeff Sessions hat den Aktienkursen von

          Marihuana-Unternehmen kräftig Auftrieb gegeben. Sessions, der seinen Posten auf Drängen von Präsident Trump räumt, gilt als großer Kritiker der voranschreitenden Legalisierung von Cannabis und wurde an der Börse als entscheidendes Risiko für die Industrie in Nordamerika gehandelt.

          Entsprechend gut kam der Abgang des bei Trump in Ungnade gefallenen „Law and Order“-Politikers bei Anlegern an, die auf einen anhaltenden Boom des florierenden Marktes für legales Cannabis setzen. Am stärksten legte der Kurs von Tilray zu, der um 30 Prozent nach oben ging. Aurora Cannabis gewannen 9, Canopy Growth 8 Prozent hinzu. Auch zwei ETFs auf Marihuana-Aktien verzeichneten Kursgewinne von 8 bis 9 Prozent.

          TILRAY INC. CL.2 DL-,0001

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          Zuvor hatte bereits die am Vortag beschlossene Legalisierung von Marihuana in weiteren amerikanischen Bundesstaaten die Kurse angeschoben. Während die Droge in Michigan als Genussmittel zugelassen wird, stimmten Missouri und Utah dafür, sie für medizinische Zwecke zu erlauben.

          Der Justizminister hat in Sachen Marihuana eine wichtige Rolle, da es inzwischen zwar in vielen Staaten legal, nach Bundesgesetz aber weiter verboten ist. Sessions hatte bereits 2015 deutlich gemacht, was er vom Kiffen hält: „Gute Menschen rauchen kein Marihuana“, sagte er damals bei einer Kongressanhörung.

          Anfang des Jahres ordnete der konservative Hardliner, der Marihuana einst als „nur etwas weniger schlimm als Heroin“ bezeichnete, ein strikteres Vorgehen der Bundesbehörden gegen den Anbau, Besitz und Handel der Droge an. Die Cannabis-Branche setzt ebenfalls darauf, dass nachdem die Demokraten den jüngsten Wahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen, die Bundesgesetze lockerer werden könnten.

          AURORA CANNABIS

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          Als unklar gilt jedoch, ob mögliche Gesetzesvorhaben im republikanisch dominierten Senat eine Mehrheit finden könnten. Dennoch werde der Druck auf die Gesetzgeber zunehmen so Chris Walsh, Vizepräsident des “Marijuana Business Daily” zur Nachrichtenagentur Bloomberg.

          Zu bezweifeln ist auch, dass Sessions' Nachfolger wesentlich liberaler in diesen Fragen sein wird. Denn das würde eher weniger zur Trump-Administration passen. Darüber hinaus ist die Legalisierung von Marihuana womöglich nicht das wichtigste Thema in einem verschärften Konflikt zwischen Demokraten und Weißem Haus.

          CANOPY GROWTH

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          Insofern bleibt zu hoffen, dass es nicht nur ein gutes Gefühl ist, dessen Rausch bald wieder verfliegt. Denn die Bewertung der Aktien ist hoch. Aurora, Canopy und Tilray haben gemeinsam einen Börsenwert von 29 Milliarden Dollar. Gemeinsam werden sie in diesem Jahr wohl 145 Millionen Dollar umsetzen. Vor allem Tilray wird nach dem Kursanstieg vom Mittwoch derzeit mit dem 315-fachen des Umsatzes bezahlt.

          Zwar sollen die Umsätze steigen, doch die Milliardengrenze wird den Analystenprognosen zufolge erst 2020 fallen - und auch das nur wenn man die Erlöse addiert. 2022 sollen die Umsätze der drei Unternehmen insgesamt dann etwa 3,2 Milliarden Dollar erreichen. In diesen Szenarien ist eine weitere Lockerung von Gesetzen zum Teil aber schon eingerechnet.

          Gewinne werden die Unternehmen den Prognosen zufolge erst ab 2020 machen. Auf dieser Basis werden  sie dann aktuell mit dem 90-fachen (Aurora) bis 314-fachen (Tilray) dieser Gewinnschätzung gehandelt.

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