https://www.faz.net/-gv6-9t7p3

Nach IPO : Börsenneuling Teamviewer liefert gute Zahlen

Teamviewer-Chef Oliver Steil (links) am Tag des Börsengangs mit Jörg Rockenhäuser (Mitte) von Permira und Finanzchef Stefan Gaiser (rechts) Bild: dpa

Der Software-Anbieter ist im dritten Quartal rasant gewachsen. Das Unternehmen bekräftigt seinen Ausblick und will nun das obere Ende der Prognose erreichen. Aktionäre dürfen sich freuen.

          2 Min.

          Das neueste Technologieunternehmen an der Frankfurter Börse, Teamviewer, hat nach seinem Börsengang sein starkes Wachstum fortgesetzt. Sein Umsatz stieg von 175 Millionen Euro in den ersten neun Monaten vergangenen Jahres auf 283 Millionen in diesem Jahr, ein Wachstum von 62 Prozent. Allein im dritten Quartal erzielte das Unternehmen 102 Millionen Euro. Teamviewer mit Sitz im schwäbischen Göppingen stellt Software für die Fernwartung von Computern und Maschinen her.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Aktienkurs des seit September an der Börse notierten Unternehmens lag am Montagmittag als Reaktion auf die guten Finanzdaten rund 5 Prozent im Plus. Die Aktie notiert nun über ihrem Ausgabepreis vom September, lag aber zwischendurch auch schon unter diesem Niveau.

          Teamviewer wächst dabei profitabel. Dieses Jahr stand mit 59 Millionen Euro ein Nettogewinn unter dem Strich, nachdem im vergangenen Neunmonatszeitraum keiner angefallen war. Das hat aber auch damit zu tun, dass die Schwaben ihr Abrechnungsmodell vom Verkauf von Lizenzen für die Software auf ein Abonnementmodell umgestellt haben, was sich in der Bilanz unterschiedlich auswirkt. Das sogenannte Cash-Ebitda, auf welches sich das Unternehmen als sein Betriebsergebnis fokussiert, war schon seit längerer Zeit stets positiv. Allerdings lässt der Blick darauf auch die Marge größer erscheinen. So ergibt sich im aktuellen Quartal eine Cash-Ebitda-Marge von 56 Prozent, während nach normalen Standards die Ebit-Marge bei rund 18 Prozent liegt.

          Das starke Wachstum ist Teamviewer aber nicht abzusprechen. Die Zahl der kostenpflichtigen Abonnements ihrer Software lag Ende September bei mehr als 430.000, was doppelt so viel ist wie vor einem Jahr (215.424). Die Preisstruktur des Unternehmens sieht vor, dass größere Unternehmen mit mehr Arbeitsplätzen mehr für die Software bezahlen als kleine. Für Großkunden legte Teamviewer ein neues Enterprise-Produkt auf. Dieses nutzen inzwischen 590 Kunden mit einem jährlichen Auftragsvolumen von mehr als 10.000 Euro, das sind 60 Prozent mehr als vor einem Jahr.

          Das Unternehmen bestätigte den Jahresausblick und will eine Cash-Ebitda-Marge von mehr als 60 Prozent erreichen. Die in Rechnung gestellten Umsätze (Billings) sollen auf rund 320 Millionen Euro wachsen. Schon vor einiger Zeit startete Teamviewer den Prozess, sich zu internationalisieren. Dabei wächst der Nord- und Südamerikanische Markt am stärksten. Technologisch expandiert das Unternehmen in den Augmented-Reality-Bereich; mithilfe von Videobrillen sollen Techniker Wartungen vom Schreibtisch aus durchführen können und nicht mehr vor Ort sein müssen.

          Teamviewers Börsengang Ende September, bei dem der britische Finanzinvestor Permira, der das Unternehmen vor mehreren Jahren übernommen hatte, 40 Prozent seiner Anteile auf den Markt gebracht hatte, war zunächst durchwachsen verlaufen. Der Aktienkurs sackte am Ausgabetag zeitweise unter den Angebotspreis von 26,25 Euro. Die nun vorgelegten Zahlen verliehen der Aktie aber wieder Auftrieb, am Vormittag wurden sie bei 26,48 Euro gehandelt.

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Die draußen gegen die drinnen: Aktivisten demonstrieren am Mittwoch vor den Türen der Messehalle in Madrid.

          Klimagipfel in Madrid : Aufbruch im Mäuseschritt

          Beim Klimagipfel in Madrid trifft Protest auf Politik, ehrgeizig wollen alle sein. Doch im Inneren der Messehalle sind selbst kleine Kompromisse mühsam – vielversprechend klingt nur der „Green Deal.“
          Christine Lagarde auf der Pressekonferenz in Frankfurt

          EZB-Präsidentin Lagarde : Zinsentscheid mit einem Lächeln

          Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stellt sich erstmals nach einer Ratssitzung der Presse. Den Zinssatz lässt sie unverändert, doch ihr Stil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers Draghi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.