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Nach der „Opec+“-Entscheidung : Wohin der Ölpreis geht

  • Aktualisiert am

Eine Öl-Plattform in der Nordsee Bild: dpa

Die „Opec+“-Staaten halten ihre Förderung weiter gedrosselt. Doch der Ölpreis fällt darauf deutlich. Die Meinungen zur weitere Richtung des Preises sind geteilt.

          Die Erdölländer haben ihr seit Dezember 2018 geltendes Förderlimit bis Ende März 2020 verlängert.  Die 14 im Opec-Kartell zusammengeschlossenen Staaten und weitere Partnerländer wie Russland, die sogenannte „Opec+“) wollen mit diesem Schritt den Preisverfall des Rohstoffs bremsen.

          Die Ölpreise gaben trotz dieser Entscheidung deutlich nach. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) des in der Nordsee für den europäischen Markt geförderten Brent-Öls fiel um mehr als 2 Dollar auf zuletzt 62,60 Dollar. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenso deutlich auf zuletzt 56,37 Dollar.

          Den Markt belasteten Wachstumssorgen, sagte Howie Lee, Volkswirt bei der Oversea-Chinese Banking Corporation in Singapur der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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          Zudem wurden Zweifel an der Fähigkeit des Opec+-Kartells laut, den Ölpreis zu beeinflussen. Im Zuge des Ausbaus der Erdölproduktion Nordamerikas ist der Anteil der Opec+-Staaten an der Weltölproduktion zusehends geschwunden. Zudem hat sich schon die Opec in der  Vergangenheit als fragiles, heterogenes Gebilde erwiesen und hinterließ auch diesmal nicht den Eindruck hochgradiger Geschlossenheit.

          Ihre Mitglieder sind auf Einnahmen aus der Ölförderung in weit höherem Maße angewiesen als es Kanada und die Vereinigten Staaten sind, deren Ölproduktion etwa 2018 den stärksten Anstieg aufweist.

          Nach Ansicht einiger Analysten dürfte das „Opec+“-Limit seine Wirkung noch entfalten. „Das zu erwartende Angebotsdefizit sollte die Ölpreise in den kommenden Wochen weiter steigen lassen", sagte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte der Commerzbank. Dazu könnten nach Ansicht des Experten auch weitere Angebotsausfälle aus dem Iran beitragen. Die Opec selbst nannte den Preisrutsch eine „Anomalie“.

          Die mittleren Prognosen gehen für die Rohstoffbörse ICE gehen allerdings davon aus, dass der Preis für Brent bis 2021 unter 60 Dollar fallen wird. Auch die Analysten des Energiespezialisten JBC Energy Research halten eher weitere Förderkürzungen für nötig, um den Ölpreis auf dem gleichen Niveau zu halten.

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