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Nach Datenskandal : Facebook verliert mehr als 100 Milliarden Dollar Börsenwert

Mark Zuckerberg verfügt als CEO des sozialen Netzwerks Facebook über die Daten von Millionen von Nutzern. Bild: © Pumpernickel Films

Das soziale Netzwerk erwartet eine deutliche Abschwächung seines Umsatzwachstums. Und in Europa hat es erstmals Nutzer verloren. Die Anleger sind enttäuscht, der Aktienkurs verliert deutlich.

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          Facebook hat mit seinen am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen für eine herbe Enttäuschung gesorgt. Die Zahl der Nutzer des sozialen Netzwerks in Europa ist erstmals gefallen, in den Vereinigten Staaten stagnierte sie. Die Abschwächung trifft also die profitabelsten Regionen des Unternehmens.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Und anders als in vorangegangenen Quartalen, in denen die Umsätze regelmäßig über den Erwartungen von Analysten lagen, hat das soziale Netzwerk diesmal die Vorgaben leicht verfehlt. Facebook sagte außerdem eine weitere erhebliche Abschwächung des Umsatzwachstums im Rest des Jahres voraus.

          Der Aktienkurs verlor nach der Vorlage der Zahlen zunächst mehr als acht Prozent an Wert. Nachdem in einer Telefonkonferenz ein abgebremstes Wachstum für die nächsten Quartale in Aussicht gestellt wurde wurde, stürzte er sogar um mehr als 20 Prozent ab. Damit büßte das Unternehmen auf einen Schlag mehr als 100 Milliarden Dollar seines Börsenwertes ein.

          Nutzung im heimischen Markt bleibt gleich

          Dies sorgte auch dafür, dass die Kursgewinne aus der jüngsten Zeit wieder ausradiert wurden. Die Facebook-Aktie hat im März nach den Enthüllungen rund um das britische Unternehmen Cambridge Analytica, das auf unzulässige Weise an Nutzerdaten herangekommen ist, zunächst deutlich an Wert verloren. Sie hatte sich aber zwischenzeitlich wieder erholt, und der Kurs stieg deutlich über den Wert von 185 Dollar gestiegen, den er vor den Enthüllungen hatte. Die Einbußen am Mittwoch brachten ihn aber wieder unter diesen Wert.

          Für Facebook war es das erste volle Quartal nach der Datenaffäre. Im Zuge dieser Kontroverse gab es Aufrufe zum Boykott von Facebook, das Unternehmen sagte aber zunächst, es habe weder bei den Nutzerzahlen noch bei den Werbekunden größere Auswirkungen gespürt.

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          Im zweiten Quartal hatte Facebook auf der ganzen Welt 2,23 Milliarden Nutzer, die den Dienst mindestens einmal im Monat aufriefen, die Zahl der täglichen Nutzer lag bei 1,47 Milliarden. Diese Werte waren insgesamt höher als im ersten Quartal, aber in Europa schrumpften sie. Die Zahl der täglichen Nutzer fiel hier zum Beispiel von 282 Millionen auf 279 Millionen. Auf dem amerikanischen Heimatmarkt gab es wie im ersten Quartal 185 Millionen tägliche Nutzer. Zuwächse bei den Nutzerzahlen gab es vor allem in asiatischen Märkten wie Indien.

          Nutzerrückgang ist keine Überraschung

          Ganz aus heiterem Himmel kommt der Nutzerrückgang in Europa nicht. Facebook hatte schon im April vorhergesagt, dass die Mitgliederzahlen in der Region stagnieren oder sinken könnten. Begründet wurde dies allerdings nicht mit der Datenaffäre, sondern mit der im Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung. Diese Erklärung führte Finanzvorstand David Wehner auch am Mittwoch in einer Telefonkonferenz an. Das neue Gesetz machte er auch mitverantwortlich dafür, dass sich das Umsatzwachstum in Europa deutlicher abgeschwächt habe als anderswo.

          Seine Umsätze konnte Facebook im zweiten Quartal zwar um stattliche 42 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar ausbauen. Allerdings hatten Analysten auf 13,4 Milliarden Dollar gehofft, und im ersten Quartal hatte das Wachstum noch bei 49 Prozent gelegen. Das Ergebnis je Aktie von 1,74 Dollar war zwar etwas besser als erwartet.

          Der gesamte Nettogewinn stieg aber deutlich unterproportional zum Umsatz und legte um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar zu. Dies hat mit erheblich höheren Kosten zu tun. Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg sagte in einer Telefonkonferenz, gestiegene Ausgaben in Sicherheit hätten Profitabilität beeinträchtigt.

          Das Unternehmen erwartet, dass auch im Rest dieses Jahres und 2019 die Kosten stärker wachsen als der Umsatz. Es sagte außerdem eine weitere Abschwächung des Umsatzwachstums „im hohen einstelligen Prozentbereich“ voraus. Erklärt wurde dies mit negativen Währungseffekten, aber auch mit Auswirkungen des neuen europäischen Datenschutzgesetzes.

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