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Nach Bilanzveröffentlichung : SAP-Aktie auf Rekordhoch

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SAP-Chef Bill McDermott verbreitet viel Optimismus bei Analysten und Anlegern. Bild: Reuters

Der angekündigte Umbau hinterlässt tiefe Spuren in der Quartalsbilanz von SAP, doch Konzernchef Bill McDermott verbreitet viel Optimismus bei Analysten und Anlegern. Die Aktie des wertvollsten deutschen Dax-Konzerns steigt auf ein Rekordhoch.

          Das Geschäft von SAP brummt - dennoch ist der Softwarekonzern zum ersten Mal seit fast 17 Jahren in einem Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Grund sind die Kosten für den angekündigten Umbau in der Belegschaft. Auf das Gesamtjahr gesehen werde SAP aber schwarze Zahlen schreiben, versicherte Finanzchef Luka Mucic am Mittwoch in Walldorf.

          Auch wenn es der erste Quartalsverlust seit Mitte 2002 bei dem Softwareriesen war - an der Börse spielte das Minus unter dem Strich kaum eine Rolle. Die Aktie des wertvollsten deutschen Dax -Konzerns kletterte auf ein neues Rekordhoch bei 111,20 Euro. Zuletzt legte der Aktienkurs noch um mehr als acht Prozent auf 110,48 Euro zu. Das Unternehmen war damit in der Spitze rund 137 Milliarden Euro wert.

          Vor allem die besseren Aussichten für das Tagesgeschäft in diesem Jahr und eine versprochene deutliche Steigerung der Profitabilität in den kommenden fünf Jahren versetzten die Anleger in Feierlaune. Analystin Stacy Pollard von der Investmentbank JP Morgan verwies auf ein starkes erstes Quartal im Tagesgeschäft bei Umsatz und Betriebsergebnis. Die angehobenen Ziele bis 2023 dürften bei Investoren auf Gegenliebe stoßen, urteilte Goldman-Sachs-Analyst Mohammad Moawalla.

          Zunächst kostet der angekündigte Personalumbau hin zu Zukunftsfeldern aber wie erwartet Geld. Der Softwarekonzern hatte im Januar angekündigt, in diesem Jahr rund 4400 Mitarbeiter umzuschulen, auf andere Positionen zu versetzen und auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der Technologiebranche mithalten könne. Bis Anfang Mai können sich Beschäftigte noch für das Abfindungsprogramm anmelden. Bei dem letzten Programm dieser Art im Jahr 2015 hatten sich deutlich mehr Mitarbeiter gemeldet als zunächst erwartet.

          Konzernumbau hinterlässt Spuren

          Trotzdem soll die Mitarbeiterzahl in diesem Jahr weiter wachsen. Zuletzt hatte SAP dank der jüngsten Übernahmen rund 98.700 Beschäftigte, kommendes Jahr könnten es nach den Worten von Vorstandschef Bill McDermott 105.000 sein. Dennoch brachte das Programm offenbar Unruhe in den Konzern. Um den Mitarbeitern ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, hatten Betriebsrat und Geschäftsführung deshalb jüngst eine Beschäftigungssicherung ausgehandelt.

          In der Bilanz hinterließ der Umbau wie erwartet Spuren: Unterm Strich belief sich das Minus im ersten Quartal auf 108 Millionen Euro nach 708 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Finanzchef Mucic veranschlagte für den Umbau im ersten Quartal 886 Millionen Euro. Das dürfte der Großteil der Kosten sein. Er rechne in den Folgequartalen nicht mehr mit signifikanten Anpassungen, sagte er.

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          Die Umbaukosten herausgerechnet lief das Quartal für den Konzern sogar so gut, dass Vorstandschef Bill McDermott die Ergebnisprognosen in die Höhe schraubte. In diesem Jahr soll das bereinigte Betriebsergebnis um 9,5 bis 12,5 Prozent klettern statt wie bisher angepeilt um 7,5 bis 11,5 Prozent.

          Im ersten Quartal lag das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis mit einem Plus von 19 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro auch über den Schätzungen von Analysten. Dabei klammert das Unternehmen Umbaukosten aus, genauso wie aktienbasierte Vergütungen von Management und Belegschaft sowie die Zusatzkosten für Firmenübernahmen. Die Umsätze legten - getrieben durch das stark wachsende Geschäft mit Mietsoftware aus dem Internet und die milliardenschweren Zukäufe - um 16 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu.

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