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Nach Bilanzveröffentlichung : SAP-Aktie auf Rekordhoch

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SAP hebt Gesamtjahresziele an

Bis 2023 versprach McDermott seinen Aktionären, die bereinigte operative Marge von SAP kontinuierlich um rund einen Prozentpunkt jährlich zu steigern - also insgesamt um fünf Prozentpunkte. Auch dazu dürfte der Stellenabbau beitragen, der von 2020 an jährlich 750 bis 850 Millionen Euro einsparen soll.

Vergangenes Jahr erzielte SAP bei der operativen Marge einen Wert von 29 Prozent. Vor einigen Jahren war in der Softwarebranche ein Wert von spürbar über 30 Prozent noch das Maß aller Dinge. Die Marge bei den Walldorfern war in den letzten Jahren deutlich von dem rasanten Ausbau der Cloudsparte belastet worden, die noch nicht so rentabel ist wie der angestammte Lizenzverkauf von Software gegen hohe Einmalbeträge. Manche Branchenexperten zweifelten, ob SAP die Marge wieder nachhaltig würde steigern können.

Nun will das Management bis zu einer Investorenveranstaltung im November die Details ausarbeiten, dazu wird eigens ein Vorstandsausschuss ins Leben gerufen. Ziel sei es, alle Bereiche des Unternehmens auf Wachstum, Innovation und Effizienz zu trimmen. Die Investitionen in Kernprodukte sollen in großem Stil hochgefahren werden, die Entwicklungszyklen von Software verkürzt und unternehmerische Entscheidungen schneller umgesetzt werden.

Unterstützung erhielt das Management von einem bekannten amerikanischen Investor, dem aktivistischen Hedgefonds Elliott, der nach eigenen Angaben vom Mittwoch mit 1,2 Milliarden Euro an SAP beteiligt ist. SAP setze sich die richtigen Ziele, so der Investor. Elliott unterstütze die Initiativen „vollumfänglich“. Gemessen am Börsenwert entspricht das Investment einem Anteil von rund einem Prozent an SAP. Meldepflichtig sind Stimmrechtsanteile ab einem Anteil von drei Prozent.

Investor Elliott schaut genau hin

Elliott-Gründer und Starinvestor Paul Singer gehört in den Chefetagen von Konzernen nicht immer zu den gern gesehenen Investoren, da er sich oft in strategische Fragen einmischt, um den Kurs von Unternehmen mitzubestimmen, die an einem Scheideweg stehen. Zuletzt hatte Elliott beim Energieversorger Uniper und der geplanten Aufspaltung des Stahlkonzerns Thyssenkrupp öffentlich Stimmung für seine Anliegen gemacht.

SAP-Finanzchef Mucic betonte jedoch in einem Interview des Finanzsenders Bloomberg TV, das Unternehmen sei „sehr dankbar“ für aktive Investoren wie Elliott. „Wir sind in der glücklichen Position, dass eine Vielzahl von Investoren uns regelmäßig Feedback gibt, das wir willkommen heißen und sehr ernst nehmen.“

SAP ist an der Börse dank der Wachstumsaussichten, die vor allem die amerikanischen Anleger bei Technologietiteln wichtig finden, rund ein Drittel mehr wert als die Allianz oder Siemens . McDermott ist das aber nicht genug. Kürzlich wiederholte er seine Ambitionen, den Marktwert bis 2023 auf 250 bis 300 Milliarden Euro hochschrauben zu wollen.

So will SAP 2023 mehr als 35 Milliarden Euro Umsatz machen. Nach den jüngsten Milliardenzukäufen wolle sich SAP aber nun auf organisches Wachstum konzentrieren, sagte McDermott. Größere Übernahmen stünden derzeit nicht zur Debatte.

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