https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/mv-werften-krise-genting-aktie-faellt-um-mehr-als-die-haelfte-17729755.html

Werftenkrise : Genting-Aktie sackt um mehr als die Hälfte im Kurs ab

  • Aktualisiert am

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Hongkong (links: Genting Dream) Bild: EPA

Das Tauziehen um die Zukunft der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern und Bremerhaven belastet die Aktie des Eigentümers. Auch dessen Zukunft ist ungewiss.

          1 Min.

          Nach der Insolvenz der MV Werften ist die Aktie des asiatischen Eigentümers Genting Hongkong bei der Wiederaufnahme des Handels am Donnerstag eingebrochen. Bis zum Handelsschluss am Aktienmarkt in Hongkong erreichte der Kursverlust 56 Prozent. Der Handel war am vergangenen Freitag vor dem Hintergrund des Tauziehens um die Zukunft der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern und Bremerhaven ausgesetzt worden.

          In einer Mitteilung an seine Investoren betonte der Konzern am Donnerstag abermals, dass nicht garantiert sei, dass Genting seine Finanzverbindlichkeiten bedienen können wird. Zudem wurde auf die erwartete Entscheidung des Amtsgerichts Schwerin am 17. Januar über die Auszahlung des Darlehens des Landes Mecklenburg-Vorpommern von 78 Millionen Euro (88 Millionen US-Dollar) verwiesen.

          Mögliche Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe

          Die nicht ausgezahlten Kredite von Land und Bund wirken gering im Vergleich zu den Forderungen, die noch auf Genting zukommen könnten. Wie das Unternehmen mitteilte, haben andere Kreditgeber durch die Insolvenz der MV-Werften das Recht, Gelder im Umfang von bis zu knapp 2,8 Milliarden US-Dollar (2,4 Mrd Euro) zurückzufordern. Bisher habe dies jedoch noch keiner der Investoren getan, hieß es weiter.

          Der asiatische Tourismuskonzern Genting Hongkong hatte die Werften 2016 gekauft, um Kreuzfahrtschiffe für den eigenen Bedarf zu bauen. Er betreibt Schiffe unter den Marken Star Cruises, Dream Cruises und Crystal Cruises sowie die Resorts World Manila (RWM). Die Corona-Pandemie hatte das Geschäft aber in Schwierigkeiten gebracht. Hinter dem Unternehmen steht ein Konglomerat des malaysischen Casino-Magnaten und Milliardärs Lim Kok Thay.

          Für acht Gesellschaften der MV Werften waren am Montag beim Amtsgericht Schwerin Insolvenzanträge gestellt worden. Zum Genting-Konzern gehört auch die Bremerhavener Lloyd-Werft, die ebenfalls in die Insolvenz ging.

          Weitere Themen

          Was geht noch bei Netflix?

          Scherbaums Börse : Was geht noch bei Netflix?

          Beim Streaming von Filmen und Serien hat Netflix zweifelsfrei die Rolle des Wegbereiters inne. Doch lassen sich die Erfolge der Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben? Die wachsende Konkurrenz sät Zweifel an dieser These.

          Topmeldungen

          „Der Kunde ist König“ gilt schon lange nicht mehr. Dienstleister wollen oft sogar eher abschrecken.

          Marktwirtschaft : Warum der Kunde nicht mehr König ist

          Immer mehr Dienstleister konzentrieren ihre Kreativität darauf, mögliche Abnehmer zu vergraulen. Sie haben dafür gute Gründe, denn nicht nur die Pandemie verändert die Situation. Gerade der Personalmangel macht ihnen zu schaffen.