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Scherbaums Börse : Zuverlässige Dividenden-Aktie aus München

  • -Aktualisiert am

Zentrale der Munich Re in München mit der Skulptur des britischen Künstlers Jonathan Borofsky (“Walking Man“) Bild: AFP

Unternehmen aus der Versicherungsbranche werden angesichts gewaltiger Naturkatastrophen von deutschen Anlegern häufig skeptisch beäugt. Wie der größte Rückversicherer der Welt Munich Re zeigt, besteht hierzu kein Anlass. Die Aktie bietet nicht nur eine solide Dividende.

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          Der Krieg in der Ukraine lässt an der Börse aktuell den Fokus vieler Anleger vor allem auf die Assetklassen Rohstoffe (Gold, Silber oder Nickel) und Währungen (Schweizer Franken oder der amerikanische Dollar) ruhen. Dabei gehen die Aktien von Konzernen ein bisschen unter, die zuletzt starke Kursverluste hatten, die aber langfristig solide sind und weiterhin kaufenswert zu sein scheinen. Eines dieser Unternehmen ist für seine attraktive Dividendenrendite bekannt und kommt aus der Versicherungsbranche. Munich Re, der Dax-Konzern, der für seine Aktionäre in den vergangenen Jahren eine gute Investition war.

          Finanz- und Versicherungswerte sind aber nicht gerade die beliebtesten Aktien der Deutschen. Zu riskant ist augenscheinlich das Geschäft – auf den ersten Blick schaden schließlich eine größere Zahl von Naturkatastrophen der Versicherungsbranche, müssen doch entsprechende Auszahlungen an die Versicherten getätigt werden. Auf der anderen Seite haben mittel- bis langfristig größere Schäden, eine steigende Zahl von Naturkatastrophen sowie ein damit einhergehendes zunehmendes Bewusstsein, Versicherungen abzuschließen, positive Effekte auf die Gewinnsituation von Versicherern und Rückversicherern wie Munich Re.

          Wenn eine größere Zahl von Versicherungen abgeschlossen wird, können genügend Einnahmen erzielt werden, um im Schadenfall die Versicherten finanziell zu entschädigen. Darüber hinaus bleibt unter dem Strich genügend Gewinn übrig, um zum Beispiel Anteilseigner von Versicherern und Rückversicherern in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen eine attraktive Rendite zu bieten.

          Ein gutes Jahr 2021

          Entsprechend sprach Joachim Wenning, Vorstandschef des Rückversicherers Munich Re, anlässlich der Vorlage der jüngsten Geschäftsergebnisse davon, dass 2021 ein gutes Jahr für den Dax-Konzern war – trotz COVID-19, Inflation und teuren Naturkatastrophen. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro zu Buche. Damit wurde das Gewinnziel von 2,8 Milliarden Euro übertroffen, während die Stärke der Bilanz trotz der hohen Inflation weiter erhöht werden konnte.

          Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
          Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und Finanzjournalist aus Ludwigsburg. : Bild: Christoph Scherbaum

          Aktionäre von Munich Re dürfen sich freuen – auf eine steigende Dividende und auf ein neues Aktienrückkauf-Programm des Konzerns. Die Ausschüttung soll im Vorjahresvergleich um 12,2 Prozent auf 11,00 Euro je Aktie steigen. Das ist umso erstaunlicher, wenn sich ein Aktionär die Daten der Branche näher anschaut.

          Ähnlich wie schon 2020 war auch das Jahr 2021 für die Versicherungsbranche von einer hohen Zahl an Naturkatastrophen gekennzeichnet. Stürme, Hochwasser, Erdbeben oder Waldbrände verursachten im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt Gesamtschäden in Höhe von 280 Milliarden Dollar, nach 210 Milliarden Dollar im Jahr davor. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden waren die vierthöchsten überhaupt. Der bisherige Rekord wurde im Jahr 2011 mit Schäden im Wert von 355 Milliarden Dollar erreicht. Etwa 120 Milliarden US-Dollar von den Gesamtschäden waren 2021 versichert.

          Für Versicherer war 2021 laut Munich Re in etwa gemeinsam mit 2011 und 2005 das zweitteuerste Naturkatastrophenjahr. Der bisherige Rekord bei den versicherten Schäden stammt aus dem Jahr 2017 mit 146 Milliarden Dollar (inflationsbereinigt). Hurrikan Ida war mit 65 Milliarden Dollar Gesamtschäden und 36 Milliarden Dollar an versicherten Schäden die teuerste Naturkatastrophe des Jahres.

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