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Morningstar-Herabstufung : Flossbach schwächelt

„Fondspersönlichkeit des Jahres“: Bert Flossbach Bild: Edgar Schoepal

Bert Flossbach ist einer der erfolgreichsten Vermögensverwalter des Landes. Sein wichtigster Fonds hat aber zuletzt enttäuscht. Wie ernst ist die Lage?

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          Vor wenigen Wochen erhielt Bert Flossbach eine der wichtigsten Auszeichnungen der deutschen Finanzszene. Zur „Fondspersönlichkeit des Jahres“ kürte man ihn in Frankfurt, zugegebenermaßen ein gewöhnungsbedürftiger Titel. Aber es handelt sich um einen Preis, der in der Branche einige Aufmerksamkeit genießt.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass der Kölner Vermögensverwalter die Auszeichnung verdient hat, steht außer Frage. Flossbach hat in den vergangenen 20 Jahren aus dem Nichts eine der erfolgreichsten Vermögensverwaltungen des Landes aufgebaut – für mehr als 30 Milliarden Euro an Kundengeldern trägt er heute die Verantwortung. Allein in Flossbachs wichtigstem Fonds mit dem vielsagenden Namen Multiple Opportunities haben Privatanleger fast zehn Milliarden Euro investiert.

          Umso unangenehmer ist es da, dass in diesen Freudentagen eine schlechte Nachricht die frisch gekürte „Fondspersönlichkeit“ erreicht: Das Analysehaus Morningstar hat den Multiple Opportunities-Fonds herabgestuft – und zwar ausgerechnet jene Tranche, die an Privatanleger verkauft wird. Statt der Höchstnote von fünf Sternen kann der Fonds nun nur noch vier Sterne vorweisen. So etwas mag kein Fondsmanager gerne. Bedeutet dies doch, dass sein Fonds aus Sicht der Analysten nicht mehr zu den besten in seiner Kategorie zählt.

          Euro-Stärke kostet Flossbach den Stern

          Tatsächlich durchlebt Flossbachs Fonds – ein Mischfonds, der vor allem in Aktien investiert, aber auch zu gut zehn Prozent in Gold – eine ungewöhnliche Schwächephase. In den vergangenen zwölf Monaten (Stichtag: 31. August 2017) erzielte der Multiple Opportunities laut Morningstar nur ein minimales Plus von gerade einmal 0,85 Prozent (siehe Grafik). Vergleichbare Fonds kamen dagegen im Durchschnitt auf eine Wertentwicklung von immerhin rund 4,4 Prozent, und der europäische Aktienindex MSCI Europe legte im selben Zeitraum sogar um nahezu 12Prozent zu. Was hat Flossbach falsch gemacht?

          Der Vermögensverwalter, sonst durchaus auskunftsfreudig, schickt seinen Kapitalmarktstrategen Philipp Vorndran vor, um die Sache zu erklären. Der sucht erfreulicherweise keine Ausflüchte, sondern sagt ehrlich, was zuletzt schiefgelaufen ist. Flossbach hat eine der stärksten Währungsentwicklungen der vergangenen Monate falsch eingeschätzt – den starken Anstieg des Euros gegenüber dem Dollar. Notierte der Kurs des Euro zu Beginn des Jahres noch bei 1,05 Dollar, so stieg er zwischenzeitlich auf mehr als 1,20 Dollar.

          Ein wesentlicher Grund dafür ist die Politik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump: Kurz nach der Amtsübernahme trauten ihm die Investoren noch zu, eine große Steuerreform durchzusetzen, die die Unternehmen des Landes weiter stärken sollte. Mittlerweile aber herrscht Ernüchterung, die Finanzmärkte haben den Glauben an den Präsidenten weitgehend verloren. Zudem haben sich Europas Volkswirtschaften zuletzt sehr gut entwickelt. Die Folge: Der Dollar gab gegenüber dem Euro nach.

          Auf Flossbachs Fonds hatte diese Schwäche des Dollars starke Auswirkungen, da der Vermögensverwalter gut 40 Prozent der Gelder in amerikanischen Aktien angelegt hat. Obwohl deren Kurse zuletzt sogar gestiegen sind, hatte Flossbach kaum etwas davon. Da die Aktien in Dollar notieren, wurde das Kursplus nämlich durch Währungsverluste wieder aufgezehrt. Das Ärgerliche für Flossbach dabei ist: Er hat das Unheil kommen sehen. Ende 2016 sagte er sinngemäß im F.A.S.-Interview: Die Dollar-Aufwertung, die Ende des vergangenen Jahres zu beobachten war, komme bald an eine Grenze (F.A.S. vom 25.Dezember 2016)

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