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Offenbar Brexit-Einigung : Aufwind für das Pfund

  • Aktualisiert am

Die City of London könnte ihren Status behalten. Bild: Reuters

Eine mögliche Einigung über den Status der britischen Finanzbranche treibt am Donnerstag den Kurs des Pfundes. Doch Analysten mahnen zur Zurückhaltung.

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          Das britische Pfund zeigt sich nach monatelanger Abwertung am Donnerstag von seiner starken Seite. 1,29 Dollar werden für die britische Devise aktuell bezahlt, das ist ein Kursanstieg von mehr als 1 Prozent. Laut einem Pressebericht behalten britische Banken nach dem Brexit Zugang zu den Märkten der Europäischen Union (EU). Unterhändler Großbritanniens und der EU hätten eine vorläufige Vereinbarung für alle Aspekte einer zukünftigen Partnerschaft bei Dienstleistungen sowie beim Datenaustausch erzielt, berichtet die Tageszeitung „The Times“ am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise.

          „Stimmen diese Gerüchte, wäre das in der Tat eine riesige Überraschung“, sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. „Insbesondere wäre das eine gute Nachricht für die britische Währung, weil ein solches Arrangement es wahrscheinlicher machen würde, dass das britische Bankensystem auch weiterhin der Kanal bleiben dürfte, über den das beachtliche britische Leistungsbilanzdefizit finanziert werden könnte.“

          Noch bleibe der Markt laut Leuchtmann skeptisch. Schließlich habe das Pfund nicht extrem zugelegt. Seit der Brexit-Entscheidung hat die britische Währung gegenüber dem Dollar um mehr als 12 Prozent abgewertet.

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          Die Kapitalzuflüsse über die Finanzbranche seien für den Wert des Britischen Pfunds so entscheidend, dass dies dem Pfund erheblichen Auftrieb verleihen dürfte, was auch immer sonst geschehe, meint Neil Wilson, leitender Marktanalyst von Markets.com. Dabei gehe es nicht nur um die Finanzströme, sondern auch um den Immobilienmarkt.

          Das Pfund sei einige Jahre lang überbewertet gewesen. Das Geld, das auf den Finanzplatz London floss, sei so etwas wie heißes Geld gewesen. Alles, was den Status Londons als globales Finanzzentrum bewahre, wirke sich positiv auf die Wirtschaft und das Pfund aus.

          Auch Wilson sieht keine außerordentliche Rally am Devisenmarkt. Am Brexit müsse noch viel gearbeitet werden, so sei etwa die Frage der irischen Grenze weiter ungelöst. Nichts sei vereinbart, solange nicht alles vereinbart sei.

          Der Euro wertet am Donnerstag ebenfalls auf aktuell 1,138 Dollar auf. In der Nacht hatte er nur knapp oberhalb der Marke von 1,13 Dollar notiert. Als größere Gewinner wird aber das Pfund gesehen, das zum Euro gleichfalls aufwertet.

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