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Mittelstandsanleihen : Pandion eröffnet mit 5,5 Prozent

Baustelle des „Pandion Living“ in Berlin im Juli 2020 Bild: dpa

Der Markt für Anleihen mittelständischer Unternehmen sieht sein erste Angebot für 2021. Der Immobilienentwickler Pandion kommt mit seinem im Oktober gestoppten Angebot nun jetzt.

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          Nach drei Jahren Wachstums zeigte sich der Markt für Anleihen mittelständischer Emittenten 2020 im Zeichen der Corona-Krise rückläufig. Nicht zuletzt konnte noch nicht einmal jeder zweite Emittent seine Anleihen vollständig plazieren.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Immobilien-Projektentwickler Pandion AG ließ seine Pläne einer 50-Millionen-Euro-Anleihe im Oktober trotz eines „durchweg sehr positiven Feedbacks von Investoren“ komplett fallen. Nun ist das Unternehmen das erste, das sich 2021 aus der Deckung wagt. Mit einem Zielvolumen von 30 Millionen Euro fällt diese nun etwas kleiner aus.

          Das passt irgendwo auch zum Vorjahr, in dem Emittenten aus dem Immobilienbereich ihren Anteil weiter ausgebaut haben. Für Pandion ist es die erste Anleihe, mit der das Unternehmen zum größten Teil den Topf der eigenen Mittel aufstocken will, mit denen es zur Finanzierung der Projekt beiträgt.

          Eigentumswohnungen und Büros

          Seine Wurzeln hat Pandion im Bau von Eigentumswohnungen des gehobenen Segments. Das macht auch weiter gut zwei Drittel des Geschäftsvolumens aus, sagt Vorstand und Eigentümer Reinhold Knodel. Ein weiteres Drittel entfällt auf Gewerbeimmobilien, im Wesentlichen Büroimmobilien. Andere Projekte, wie etwa das Holiday Inn auf dem früheren Güterbahnhof Düsseldorf-Pempelfort, seien Einzelfälle, sagt Knodel.

          Aktiv ist man derzeit in fünf der sieben deutschen „A-Städte“: Köln, Düsseldorf, Berlin, Stuttgart und München, wobei Knodel nicht grundsätzlich ausschließen will, dass man auch eines Tages vielleicht sich diese beiden Metropolen erschließt. Doch Immobilienprojektentwicklung sei eben lokales Geschäft, in dem es auf die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung ankomme, wo man Niederlassungen vor Ort brauche.

          Heikles Pflaster Berlin

          Nirgends scheint die intensive Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung derzeit so wichtig wie in Berlin. „Wir besprechen baupolitisch relevante Maßnahmen in der Bundeshauptstadt früh mit der Politik, um deren Haltung zum jeweiligen Standort frühzeitig kennenzulernen. Wir investieren nur, wenn die Risikolage vertretbar ist.“ Das sei in anderen Städten einfacher. Ein Projekt wie die Erschließung des heute noch vom Schrott-Recycling der Firma Max Becker gekennzeichneten Geländes an der Widdersdorfer Straße in Köln als neues Stadtviertel sei in Berlin ein nicht kalkulierbares Risiko.

          Man habe bei der Berliner Linken offenbar noch nicht begriffen, dass Mieten von Angebot und Nachfrage bestimmt würden. „Die ergriffenen Maßnahmen verunsichern teilweise die Investoren und verringern so das Angebot. Damit werden Mietsteigerungen nicht eingedämmt. Dabei kann man Sinnvolleres tun, etwa den sozialen Wohnungsbau angemessen fördern. Aber wenn Grundsätze einer Marktwirtschaft in Frage gestellt werden, führt das zur Verunsicherung.“

          Während der Wohnimmobilienmarkt durch die Corona-Krise eher wenig betroffen ist, sind die Auswirkungen auf den Büroimmobilienmarkt deutlicher. 2020 habe die Nachfrage stark gelitten, sagt Knodel. Aber vor der Corona-Krise habe man dort teilweise schon Überhitzungserscheinungen gesehen. Daher rechet der Pandion-Vorstand mit einem normalisierten Markt nach Abklingen der Krise. Letztlich aber sei im Immobiliengeschäft immer die Lage ausschlaggebend und da sei man mit den eigenen Standorten gut dabei.

          Mit einer schon akquirierten Projekt-Pipeline mit einem angestrebten Verkaufsvolumen von 4,3 Milliarden Euro sieht sich Pandion für die Zukunft gut aufgestellt. Gemäß der jüngsten Projektentwicklerstudie des Beratungsunternehmens Bulwiengesa zählt das Unternehmen mit einer Gesamtleistung von 509 Millionen Euro zu den fünf größten Wohnimmobilienentwicklern in Deutschland. Für 2020 erwartet man mit einem Überschuss von rund 47 Millionen Euro abermals ein Rekordergebnis. Durch das gut diversifizierte Mix und die Vielzahl der Projekte sei eine Kontinuität gegeben, wie sie bei Projektentwicklern nicht immer zu finden sei.

          Die Pandion-Anleihe (Isin DE000A289YC5) läuft über 5 Jahre und wird jährlich mit 5,5 Prozent verzinst. Zeichnungsbeginn ist der 22. Januar. Pandion darf die Anleihe nach 3 oder 4 Jahren Laufzeit kündigen und zu 101,5 oder 100,75 Prozent zurückzahlen.

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