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Unterschiedliche Ansichten : Milliarden-Investment Buffetts bei Uber geplatzt

  • Aktualisiert am

Der Milliardär Warren Buffett bei einem Interview im Mai 2018. Bild: AP

Gespräche über eine Beteiligung des Milliardärs am Fahrdienstleister sind offenbar im Sand verlaufen. Kurz vor dem Börsengang schreibt der Konzern immer noch rote Zahlen.

          Der Investor Warren Buffett hat einem Medienbericht zufolge einen Einstieg beim Fahrdienstvermittler Uber Technologies erwogen. Buffetts Investmentmentgesellschaft Berkshire Hathaway habe eine Investition von rund drei Milliarden Dollar vorgeschlagen, berichtet die Agentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Transaktion sei aber wegen unterschiedlicher Ansichten zu den Bedingungen und zum Umfang der Investitionen nicht zustande gekommen. Bei Buffett war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Ein Uber-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

          Seit der Unternehmensgründung 2009 steckt Uber in den roten Zahlen. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 73 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Die Buchungen legten um 51 Prozent zu. Bisher finanziert sich das stark wachsende Unternehmen über das Wagniskapital von Investoren. Der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi will Uber im kommenden Jahr an die Börse bringen. Zuvor gibt es nun für Mitarbeiter und andere Aktionäre die Gelegenheit, Aktien für bis zu 600 Millionen Dollar zu verkaufen.

          In vielen Ländern sieht sich Uber immer wieder mit widrigen Geschäftsbedingungen konfrontiert. Taxiunternehmen sehen in dem Fahrdienstleister einen unfairen Wettbewerber.  Am Mittwoch zeigte sich Uber entschlossen, trotz einer Verschärfung der Regeln für sein Geschäftsfeld weiter in der Türkei zu bleiben. Das Unternehmen erklärte im Kurzmitteilungsdienst Twitter, es wolle weiter zusammen „mit den relevanten Akteuren daran arbeiten, die Transportoptionen in der Türkei zu verbessern“ und sei „entschlossen, langfristig als treuer Partner in der Türkei" zu bleiben“.

           Uber liegt seit langem im Streit mit herkömmlichen Taxiunternehmen in Istanbul, die dem App-Betreiber vorwerfen, ohne die erforderlichen Genehmigungen im Land aktiv zu sein. Eine neue Anordnung der Regierung hat nun die Strafen für Inhaber sogenannter D2-Lizenzen für größere Fahrzeuge deutlich erhöht, die illegal als Taxis genutzt werden. Bei wiederholten Verstößen droht den Betreiberfirmen der Fahrzeuge eine zweijährige Sperre.

          Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden seit Jahresbeginn Strafen von 18,92 Millionen Lira (3,64 Millionen Euro) gegen Uber-Fahrer in Istanbul verhängt. Zuletzt gab es wiederholt gewaltsame Übergriffe auf Uber-Fahrer. Die Taxifahrer werfen ihnen vor, ihnen Kunden wegzunehmen. Istanbuler Taxiunternehmer begrüßten daher  die neue Regelung. Viele Kunden schätzen aber, dass bei Uber die Bezahlung elektronisch abgewickelt wird und es daher keine Möglichkeit zum Betrug durch überhöhte Preise gibt.

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