https://www.faz.net/-gv6-9nra4

Zölle und Migranten : Mexikanischer Peso auf Talfahrt

Wechselkurse an einem Schaufenster in Mexiko City: Der Peso ist unter Druck. Bild: dpa

Investoren machen sich Sorgen wegen des Streits zwischen Amerika und Mexiko. Die Währung des mittelamerikanischen Landes fällt weiter, Ratingagenturen reagieren auf die neuen Entwicklungen.

          Mit den amerikanisch-mexikanischen Handelsgesprächen, die derzeit im Weißen Haus in Washington stattfinden, ist eine weitere Baustelle des globalen Handelskonflikts in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Der amerikanische Präsident Donald Trump verlangt Außenminister Marcelo Erbrad einige Zugeständnisse ab und stellt in Aussicht, dass „etwas ziemlich dramatisches in den kommenden Wochen passieren könnte“. In dieser Situation schauen Kreditratingagenturen nüchtern auf die wirtschaftliche Lage und die Verschuldungssituation des mit 125 Millionen Einwohnern größten mittelamerikanischen Landes.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Die zwei großen Agenturen Fitch und Moody’s haben beide auf die jüngsten Entwicklungen reagiert. Fitch hat das Kreditrating von BBB+ auf BBB gesenkt, die Aussicht verbesserte sich dagegen von „negativ“ auf „stabil“. Die Fachleute von Moody’s setzten die Aussicht auf „negativ“. In beiden Fällen wurden die Ratingschritte mit der wirtschaftspolitischen Lage, die sich durch den Handelskonflikt verdüstert habe. Der Peso fiel dadurch um bis zu 1,3 Prozent gegenüber dem Dollar auf 19,83 Peso. Der Euro stieg bis zum Nachmittag um rund 0,6 Prozent gegenüber der Landeswährung.

          USD/MXN

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Fitch begründete die neue Einschätzung mit einer Kombination verschiedener Faktoren: Der Handelskonflikt spielt dabei eine Rolle, weil er die allgemeinen Aussichten der mexikanischen Volkswirtschaft schwäche. Überdies habe sich die Geschäftslage des staatlichen Ölkonzerns Pemex verschlechtert. Die Kreditwürdigkeit dieses Unternehmens wurde erst kürzlich auf die Stufe CCC, die bedeutet, dass ein Teilausfall von Krediten eher unwahrscheinlich ist. Das hat sich schon bestätigt, weil der mexikanische Staat dem Ölkonzern unter die Arme greifen musste. Das wiederum verschärft die Verschuldungssituation der Regierung in Mexiko-Stadt.

          Die Fachleute von Moody’s allerdings betonen, dass nicht die bisweilen erratische Verhandlungsführung Donald Trumps das Land in diese Lage gebracht habe. Auch das Handeln der Regierung sei in zunehmendem Ausmaß unvorher-sagbar. Das wiederum zerstöre das Vertrauen von Investoren und schade den mittelfristigen Wachstumsaussichten. All diese Faktoren trügen dazu bei, dass sich die Verschuldung in den kommenden Jahren verstärken und die Finanzstärke des Landes schwächen werde. Dass ein ungünstiger Ausgang der Gespräche mit den Vereinigten Staaten die Lage noch verschärfen dürfte, ist schon vor ihrem Ende deutlich geworden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.