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Handelsriese : Metro-Übernahme stockt, Aktienkurs sinkt

Einkaufswagen in einem Metro-Markt Bild: Reuters

Die Angebotsfrist für die Übernahme des Handelskonzerns läuft am Mittwoch aus. Dass der Bieter Křetínský Erfolg hat, wird zunehmend unwahrscheinlich. Die Aktie geht auf Talfahrt.

          Die Übernahme der Metro wird unwahrscheinlicher. Der tschechische Milliardär Daniel Křetínský, der den Handelskonzern für 5,8 Milliarden Euro übernehmen will, ist noch weit davon entfernt, seine Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent der Aktien zu erreichen. Am Dienstag hat Křetínskýs Investment-Gesellschaft EPGC die aktuelle Andienungsquote auf 36,5 Prozent beziffert. Am Vorabend hatte EPGC nochmals bestärkt, dass sie weder den Angebotspreis erhöhen werde, noch die Mindestannahmeschwelle senken.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Gleichzeitig teilte EPGC mit, dass sich auch in abermaligen Gesprächen mit zwei Großaktionären keine Einigung über einen möglichen Verkauf ergeben habe. Die Großaktionäre Beisheim Holding und die Meridian-Stiftung, die gemeinsam etwas mehr als 20 Prozent an der Metro halten, verweigern Křetínský ihre Unterstützung, was an unterschiedlichen Ansichten über die Bewertung liegt.

          Der Aktienkurs stürzte daraufhin am Dienstag um mehr als 7 Prozent ab und lag mit knapp 14 Euro deutlich unter dem Angebotspreis von 16 Euro je Stammaktie, die Křetínský bietet. Die Metro war damit mit Abstand Schlusslicht im M-Dax.

          METRO AG ST O.N.

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          Die Anleger sind nervös, während der Übernahmekampf auf einen Höhepunkt zuläuft. Am Mittwoch läuft die Annahmefrist aus, dann entscheidet sich, ob Křetínský genügend Aktien von Anteilseignern angedient bekommt, um die Mehrheit an der Metro zu übernehmen. Zwar warten viele Aktionäre bei Übernahmeangeboten für gewöhnlich lange ab, doch orientieren sie sich auch häufig an Großaktionären. Zwar hatte Křetínský die Unterstützung des langjährigen Metro-Aktionärs Haniel, der seine gesamten Anteile in Höhe von 15,2 Prozent an den Tschechen abzugeben bereit ist. Doch sträuben sich mit Beisheim und der Meridian-Stiftung die anderen Großaktionäre, die ihre Anteile zuletzt zusammengelegt hatten, um eine stärkere Position in der Übernahmediskussion zu haben.

          Die Analysten von Bernstein halten die 16 Euro, die Křetínský bietet, für einen mehr als ausreichenden Aufschlag zum fairen Wert von etwa 12 Euro. Sie rechnen damit, dass der Kurs – sollte die Übernahme scheitern – weiter fällt. Křetínský verweist darauf, dass sein Angebot schon eine deutlich dynamischere Geschäftsentwicklung abbilde als derzeit gegeben und die Prämie damit mehr als ein Drittel über dem „unbeeinflussten Preis“ der Metro liege.

          Metro und seine Großaktionäre, die im Aufsichtsrat vertreten sind, haben eine andere Meinung. Das Angebot liege nur rund 2,9 Prozent über dem Schlusskurs am Tag der Ankündigung des Übernahmeversuchs und nur 10 Prozent über dem Drei-Monats-Durchschnitt von 14,55 Euro.

          Gerüchte und die Börse sind aber eine explosive Mischung. Als es am Freitagabend in einem Medienbericht hieß, dass  Křetínský sein Angebot für die Metro von 16 Euro je Aktie auf 17 Euro erhöhen wolle, schnellte der Aktienkurs erst einmal um gut 9 Prozent nach oben. Am Wochenende ließ Křetínský diese Information aber durch einen Sprecher dementieren, was die Metro-Aktie wiederum am Montagmorgen schon mal eben 7 Prozent ins Minus drückte.

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