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Marktbericht : Zinssorgen drücken Dax nach unten

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: Reuters

Auch am Donnerstag ging es für den deutschen Leitindex wieder bergab. Vor allem die gestiegenen amerikanischen Anleihenrenditen bereiteten den Börsianern Kopfzerbrechen. Dafür konnten die Aktien von Munich Re punkten.

          Der Dax hat nach der Feiertagspause am Donnerstag an seine jüngsten Verluste angeknüpft. Der deutsche Leitindex ging mit einem Abschlag von 0,3 Prozent auf 12.244,1 Punkte aus dem Handel. Vor allem Zinssorgen drückten auf die Kurse, die tags zuvor durch die gestiegenen amerikanischen Anleihenrenditen in den Vereinigten Staaten und Aussagen des amerikanischen Notenbank-Chefs Jerome Powell ausgelöst worden waren. Dies kostete auch die Wall Street kräftig Punkte, die damit als möglicher Stimmungsaufheller ausfiel.

          Vor diesem Hintergrund konnten jüngste Entspannungssignale im Konflikt zwischen der italienischen Regierung und der EU nur kurzzeitig für mehr Kauflust und Gewinne im Dax sorgen. Für den Index der mittelgroßen Unternehmen M-Dax ging es noch deutlicher bergab, er verlor 1,3 Prozent auf 25.629,1 Punkte.

          Viele Investoren fürchten nun, dass die Zinsen in den Vereinigten Staaten schneller steigen könnten als bisher erwartet. Fed-Chef Powell hatte am Vorabend ein schnelleres Tempo weiterer Zinsanhebungen angedeutet als gemeinhin gedacht. In den Vereinigten Staaten zogen daraufhin die Kapitalmarktzinsen deutlich an, in der Folge gingen auch die Anleiherenditen in Deutschland und anderen Euroländern in die Höhe. Dies wiederum hat Folgen für die Aktienmärkte, weil Aktien so im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität verlieren.

          Munich Re als Dax-Sieger

          Gleichzeitig befeuerten die steigenden Zinsen abermals die Sorgen um die Schwellenländer. Durch die verteuerten Refinanzierungskosten könnten die Volkswirtschaften der betroffenen Staaten empfindlich getroffen treffen, wie David Madden von CMC Markets US zu bedenken gab.

          Am deutschen Aktienmarkt profitierten Finanztitel von den Entwicklungen am Anleihenmarkt: Aktien des Rückversicherers Munich Re schlossen als Dax-Sieger mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent. Allianz-Anteile belegten mit 1,1 Prozent Kursplus ebenfalls einen der vorderen Plätze. Deutsche Bank legten um 1,5 Prozent zu. Im M-Dax eroberten Commerzbank-Titel mit 3,5 Prozent Plus die Spitze. Ihnen half zusätzlich eine gestrichene Verkaufsempfehlung der schweizerischen Bank Credit Suisse.

          Dagegen litten Papiere aus der Versorger- und Immobilienbranche unter steigenden Zinsen. Entsprechend gehörten RWE-Papiere mit minus 3,3 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Eon hielten sich mit einem Kursrückgang von rund 1 Prozent etwas besser. Beim Immobilienkonzern Vonovia stand ein Minus von knapp zwei Prozent zu Buche.

          Dialog Semiconductor im Minus

          Am Dax-Ende wurden Aktien des Autozulieferers und Reifenherstellers Continental durch eine Branchenstudie der Investmentbank Exane BNP Paribas belastet und verloren fast vier Prozent. Sie sackten auf den tiefsten Stand seit vier Jahren.

          Ein Kursverfall bei den Technologiewerten an der amerikanischen Börse Nasdaq setzte im Kleinwerteindex S-Dax die Aktien von Dialog Semiconductor stark unter Druck: Sie gaben um mehr als 6 Prozent nach.

          Außerhalb der bekannten Indizes schossen die Aktien des kriselnden Modekonzerns Gerry Weber um rund ein Fünftel hoch. Hier feierten die Anleger einen Vorstandsumbau.

          Zinssorgen verdarben auch den Anlegern in Europa den Tag: Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 verlor 0,9 Prozent auf 3375,1 Zähler. An den Börsen und London ging es noch deutlicher bergab. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit knapp einem Prozent im Minus.

          Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,27 Prozent am Dienstag auf 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,50 Prozent auf 140,07 Punkte. Der Bund-Future verlor zuletzt 0,17 Prozent auf 158,10 Punkte. Der Euro notierte bei 1,1505 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1502 (Mittwoch: 1,1548) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8694 (0,8660) Euro gekostet.

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