https://www.faz.net/-gv6-9hxul

Schlechte Vorgaben : Dax vor Weihnachten weiter unter Druck

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: Reuters

Kurz vorm Heiligen Abend mag der Dax sich nicht noch einmal aufraffen. Größter Gewinner des Tages ist eine Aktie aus der zweiten Reihe.

          Am letzten Handelstag vor dem Weihnachtsfest geht es für den Dax alles andere als besinnlich zu. Der deutsche Leitindex zeigte sich zum sogenannten „Hexensabbat“ weiter von seiner schwachen Seite. Gegen Mittag fiel er um 0,4 Prozent auf 10.567,2 Punkte und knüpfte so an seine sehr schwache Vortagsentwicklung an. Der M-Dax schaffte es immerhin knapp mit 0,1 Prozent ins Plus auf 21.549,4 Punkte. Der gesamteuropäische Euro Stoxx büßte derweil aber sogar fast 1 Prozent auf 2971,9 Zähler ein.

          Die negative Richtung wird vorgegeben aus Übersee, wo der anhaltende Kursrutsch in New York bereits nach Asien übergeschwappt war. „Mit der aufkommenden Unruhe im Weißen Haus wegen eines drohenden Regierungsstillstands gesellt sich ein weiterer Risikofaktor zu den altbekannten politischen Krisen wie dem Brexit und dem Handelsstreit“, betonte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Ein Stillstand der Regierungsgeschäfte droht, wenn sich Präsident Donald Trump und der amerikanische Kongress im Streit um die Finanzmittel für eine Grenzmauer nach Mexiko nicht umgehend einigen.

          Mit den abermaligen Verlusten besiegelt der Dax eine schwache Vorweihnachtswoche, in der er bisher annähernd 3 Prozent an Wert verloren hat. Seit Jahresanfang summieren sich seine Abschläge inzwischen schon auf etwas mehr als 18 Prozent. 2018 wird damit für den Dax wohl das erste Verlustjahr seit 2011.

          Puma deutlich im Plus

          Allgemein war es zu Wochenschluss wegen des sogenannten „Hexensabbat“ ein von Schwankungen geprägter Tag. Weil Kontrakte an den Terminbörsen auslaufen, versuchen Spekulanten die Kurse vor dem Jahreswechsel noch in ihre Richtung zu beeinflussen. Der Effekt davon zeigte sich besonders stark bei den nachrichtlich bewegten Einzelwerten. In gleich mehreren Fällen wechselten sie munter ihre Richtung.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Unter besonderer Beobachtung standen am Freitag die Papiere von Sportartikelherstellern nach starken Geschäftszahlen von Nike. Adidas und Puma konnten dem nachbörslich kräftigen Anstieg bei Nike aber nicht eindeutig folgen. Bei Adidas ging es zunächst munter hin und her, zuletzt lagen sie knapp mit 0,2 Prozent im Minus. Puma im M-Dax hingegen zogen um 3,5 Prozent an.

          Nike hatte im jüngsten Geschäftsquartal sein Ergebnis kräftig gesteigert und einen optimistischen Ausblick gegeben. Bei den Schlussfolgerungen für Adidas schwankte der Markt zwischen dem grundsätzlich starken Bild, dass der amerikanische Rivale für den Sportartikelmarkt zeichnet, und vermuteten Marktanteilsgewinnen des größten Widersachers am Weltmarkt. Diese könnten sich bei näherer Betrachtung für Adidas als negativ erweisen.

          Fresenius Medical Care größter Dax-Verlierer

          Den Anlegern von Delivery Hero brachte der Verkauf der deutschen Lieferdienste an den Konkurrenten Takeaway.com eine vorgezogene Bescherung ein. Der Deal katapultierte die Aktien zeitweise mit 25 Prozent ins Plus, zuletzt aber flachte der Schwung auf 10 Prozent ab. Die Reaktionen auf die nun konkret ins Auge gefasste Verschmelzung zweier großer Marktteilnehmer fielen positiv aus. Ein Händler lobte die Chancen, die eine gemeinsame Verschlankung der Aktivitäten mit sich bringe.

          DELIVERY HERO SE NA O.N.

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          SLM Solutions sind der nächste im Bunde mit deutlichen Schwankungen. Wegen einer abermaligen Umsatz- und Gewinnwarnung tiefrot gestartet, drehten sie beim bisherigen Rekordtief von 9,55 Euro nach oben ab bis in die Gewinnzone, die sie dann aber schnell wieder verließen. Zuletzt betrug der Abschlag dann wieder mehr als 6 Prozent. Händler machten schwelende Übernahmefantasie als zeitweise Stütze aus.

          Eindeutiger war die anhaltende Schwäche bei Fresenius Medical Care im Dax. Die Titel des Dialysekonzerns waren gegen Mittag mit einem Abschlag von fast 3 Prozent der größte Verlierer im deutschen Kursbarometer. Der Ruf als defensiver Wert, der in schwachen Marktphasen seine Stärken ausspielt, verhallt damit immer stärker. FMC und der Mutterkonzern Fresenius haben in diesem Jahr bislang jeweils mehr als ein Drittel an Wert verloren.

          Weitere Themen

          Neues Dax-Hoch oder Störfeuer?

          Wochenausblick : Neues Dax-Hoch oder Störfeuer?

          In der neuen Handelswoche könnte die neu ausgelöste Zinssenkungsfantasie die Kurse im Dax weiter nach oben treiben. Der Weg zum Jahreshoch wäre frei, auf der anderen Seite drohen aber auch Störfeuer.

          Topmeldungen

          Abstimmung bei einer Landesmitgliederversammlung der Grünen in Hamburg im April 2019

          An der Grenze der Möglichkeiten : So viele Grüne wie nie

          Die Grünen stehen derzeit weit oben in der Wählergunst – und das schlägt sich auch in der Mitgliederzahl nieder. Immer mehr Menschen wollen Mitglieder der Partei werden. Doch das bringt die Organisation an ihre Grenzen.

          Nach Eurofighter-Absturz : CDU verteidigt Luftkampfübungen

          Die Bundeswehr müsse dort üben, wo sie im Ernstfall auch eingesetzt wird, sagt CDU-Verteidigungsfachmann Henning Otte. Ein AfD-Abgeordneter macht sich derweil über die Bundeswehr lustig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.