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Scherbaums Börse : LVMH – Rendite mit den Schönen und Reichen

  • -Aktualisiert am

Zu LVMH gehört auch die Luxusgütermarke Louis Vuitton. Bild: AFP

Luxusgüteraktien haben sich in den vergangenen Jahren als solide Investments erwiesen. Branchenprimus LVMH aus Frankreich macht diesem Ruf alle Ehre und bringt Luxus ins Depot.

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          Der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern hat Luxusgüterunternehmen in den vergangenen Jahren sehr gute Geschäfte beschert. Besonders lukrativ war dabei der chinesische Markt. Mit der Corona-Krise musste sich aber auf einmal die Branche mit Szenarien befassen, die sie bisher nicht kannte.

          Ladenschließungen und Kontaktbeschränkungen drückten auf die Stimmung, der Tourismus blieb aus, auf den die Branche in besonderer Weise angewiesen ist. Denn Urlauber zeigen sich häufig besonders ausgabefreudig, wenn es um teure Mitbringsel für ihre Lieben zu Hause geht. Im Frühjahr 2022 scheint diese Sorge bei den Top-Unternehmen der Branche abgehakt zu sein. Unternehmen wie der französische LVMH-Konzern ließen die COVID-19-bedingte Delle augenscheinlich schneller hinter sich als andere.

          Branchenführer mit Markenvielfalt

          Der Branchenführer, bekannt für die Mode- und Luxusgütermarken Louis Vuitton und Christian Dior, die Uhren von TAG Heuer und Hublot, die Juwelier-Kette Tiffany oder die Champagnermarken Moët & Chandon und Dom Pérignon sowie den Hennessy-Cognac, konnte bereits im vergangenen Jahr mit neuen Rekordwerten, unter anderem bei den Umsätzen, aufwarten.

          Die Erlöse kletterten im Vorjahr um 44 Prozent auf 64,2 Milliarden Euro, während der Nettogewinn auf 17,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt wurde. Auch deshalb gönnten sich Anteilseigner auf der Hauptversammlung im vergangenen Monat für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von 10,00 Euro je Aktie – nach 6,00 Euro im Vorjahr. In diesem Jahr dürfte die Entwicklung bei den Ausschüttungen ebenfalls gut ausfallen.

          Christoph Scherbaum
          Christoph Scherbaum : Bild: Christoph Scherbaum

          Trotz des Krieges in der Ukraine und den sich daraus ergebenden negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sowie neuer Corona-Lockdowns in China konnte LVMH einen starken Auftakt in das Jahr 2022 verbuchen. Im Vorjahresvergleich legten die konzernweiten Umsatzerlöse im ersten Quartal um 29 Prozent auf 18 Milliarden Euro zu. Organisch, also um Wechselkurseffekte sowie Übernahmen bereinigt, lag das Plus bei 23 Prozent.

          Sämtliche Sparten, bis auf Weine und Spirituosen, konnten mit zweistelligen Wachstumsraten aufwarten. Dort machten sich Lieferkettenprobleme bemerkbar. Die wichtigste Unternehmenssparte – Mode- und Lederwaren – zeigte sich derweil besonders wachstumsstark. Das Umsatzplus lag bei 35 Prozent (organisch: plus 30 Prozent) bei 9,1 Milliarden Euro.

          Digitalisierung verändert Luxusgüterindustrie

          Bei LVMH muss man sich derzeit nicht nur in Bezug auf die Auswirkungen von COVID-19 und der Weltpolitik auf die Geschäfte Gedanken machen. Die Digitalisierung verändert auch in der Luxusgüterindustrie vieles. Viele Entwicklungen rund um den Bereich E-Commerce wurden in Zeiten der Corona-Pandemie zusätzlich angeschoben.

          Entsprechend treibt auch LVMH die Digitalisierung bei seinen Marken voran. In dieses Bild passt die Kooperation mit der japanischen Softbank. Diese strategische Partnerschaft soll unter anderem dazu beitragen, das Kundenerlebnis durch den Einsatz von Technologie weiter zu verbessern. So können sich Kunden in Zukunft dank 5G und Virtual Reality in Echtzeit in virtuellen Geschäften bewegen. Selbst gegenüber dem Metaverse ist LVMH offen.

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