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Neil Woodford am Ende : Der Absturz eines Stars erschüttert London

Neil Woodford hat seinen Anlegern derzeit viel zu erklären. Bild: Reuters

Nach hohen Verlusten wird der Flaggschifffonds des ehemaligen Starmanagers Neil Woodford liquidiert – ohne ihn. Dies scheint das Ende einer glanzvollen Karriere.

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          Es ist wohl das Ende einer mehr als dreißigjährigen schillernden Karriere: Der milliardenschwere Equity Income Fonds, verwaltet von Neil Woodford, wird liquidiert. Die Dachgesellschaft Link Fund Solutions teilte am Dienstag in London mit, dass der frühere Star-Fondsmanager die Fonds künftig nicht weiter verwalten werde. Dieser Rauswurf schlug in der City ein wie eine Bombe, auch wenn sich Woodfords Sturz in den vergangenen Wochen schon abgezeichnet hatte. Der 59-jährige Fondsmanager galt einmal als Großbritanniens bester Fondsverwalter, der seit den neunziger Jahren bei der Gesellschaft Invesco eine glänzende Karriere gemacht hatte.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Vor fünf Jahren dann eröffnete er seine eigenen Investmentfonds. Der Spar- und Pensionsfonds St. James’s Place allein gab fast 4 Milliarden Pfund in Woodfords Obhut. Auf dem Höhepunkt vor zwei Jahren verwaltete dieser über mehrere Fonds mehr als 15 Milliarden Pfund an Anlegergeld. Er hat sich einen Namen als geschickter „Stock-Picker“ gemacht, der die besten Aktien herauspicken konnte, und wurde damit selbst zum Multimillionär. Durch das Platzen der Internetblase vor fast zwanzig Jahren und die Finanzkrise vor zehn Jahren kam er relativ unbeschadet hindurch. Analog zu Warren Buffet, dem „Orakel von Omaha“, wurde Woodford auch schon mal das „Orakel von Oxford“ genannt und tauchte mit seinem extravaganten Luxusleben in der Boulevardpresse auf. Selbst als seine Fonds im vergangenen Jahr große Verluste machten, gönnte er sich und seinen Partnern eine Dividende in zweistelliger Millionenhöhe.

          Mit seiner Aktienauswahl lag der einstige Superstar zuletzt aber offenbar schwer daneben. Er machte hohe Verluste mit dubiosen Nebenwerten und Papieren von Kleinstaktiengesellschaften, die zuletzt fast sein ganzes Portfolio ausmachten. Der „Equity Income Fonds“ verlor in den vergangenen vier Monaten rund 20 Prozent an Wert und schrumpfte auf 2,9 Milliarden Pfund. Im Juni musste Woodford seinen Flaggschifffonds schließen, nachdem monatelange Abflüssen von Anlegergeld ihn in Liquiditätsnöte gebracht hatten. Hunderttausende Anleger sind nun in dem Fonds gefangen. Die Verluste könnten Milliardenhöhe erreichen.

          Adrian Lowcock von der Investmentplattform Willis Owen sagte am Dienstag, der Kollaps von Woodfords Fonds sei mit der Implosion des New Star Fonds in der Finanzkrise vergleichbar „und wird die Fondsindustrie im Kern erschüttern“. Der gefeuerte Manager Woodfords will sich noch nicht mit der Entscheidung von Link Fund Solutions abfinden und sagte, er könne sie nicht akzeptieren. Mit der Abwicklung wurde die weltgrößte Fondsgesellschaft Blackrock beauftragt. Diese teilte mit, man werde versuchen, das Maximale für die Anleger herauszuholen, wobei man den Wunsch nach schneller Rückerstattung mit den Problemen eines illiquiden Portfolios abwägen müsse. Die Finanzaufsichtsbehörde FCA erklärte, dass den Anlegern des gesperrten Fonds vermutlich ab Januar 2020 das verbliebene Kapital ausgezahlt werde. Die Aufsicht ermittelt auch gegen Woodford.

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