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Zinnpreise : Kleine Preisrally für Zinn

Kaum beachtet: Der Preis für Zinn ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Bild: Reuters

Auch den Preisen der Industriemetalle habe die Handelsstreitigkeiten zwischen Amerika und dem Rest der Welt zugesetzt. Die Vorräte des Metalls Zinn sind momentan so gering wie seit 30 Jahren nicht mehr.

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          Viele Anlagen haben ihren Investoren im Vorjahr Verluste beschert. Darunter befinden sich viele Rohstoffe. Denn auch Industriemetallen machen die Handelsstreitigkeiten zwischen Amerika und dem Rest der Welt, die restriktivere Zinspolitik der amerikanischen Notenbank Fed und die nachlassende Weltkonjunktur zu schaffen. So hat Kupfer, das als Konjunkturindikator schlechthin geltende Industriemetall, im Jahr 2018 rund ein Fünftel an Wert verloren, der Preis für Zink ist sogar um etwa ein Viertel gefallen.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Insofern verwundert es kaum, dass die jüngsten Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen Amerika und China die Stimmung am Markt für Industriemetalle verbessert haben. Die Preise vieler Industriemetalle sind in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. Kupfer nähert sich wieder der Marke von 6000 Dollar, Zink kostet rund 2500 Dollar. Kaum beachtet sei dagegen der Preis für Zinn schon in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen und dies entgegen der Bewegung im restlichen Industriemetallsektor, so die Analysten der Commerzbank.

          Am Mittwoch überschritt der Preis für Zinn erstmals seit Ende Juli wieder die Marke von 20.000 Dollar je Tonne. Vom Tief im November aus sei er nun um mehr als 10 Prozent gestiegen und habe zuletzt die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie überwunden. Dies wiederum habe technische Anschlusskäufe nach sich gezogen und für weiteren Auftrieb gesorgt. Im Jahr 2018 ist der Preis für Zinn, das häufig in Legierungen und zum Löten verwendet wird, nur leicht gefallen.

          Auslöser des jüngsten Preisanstiegs dürften Angebotssorgen sein, sagen die Analysten der Commerzbank. Denn Indonesien, der größte Zinn-Exporteur der Welt, führe seit Oktober deutlich weniger Zinn aus. Die November-Exporte seien sogar die niedrigsten seit fast zweieinhalb Jahren gewesen. Die indonesische Börse ICDX, über die Zinn gehandelt werden müsse, bevor es ausgeführt werde, habe seit Mitte Oktober wegen Unregelmäßigkeiten bei der Prüfung des Metalls den Handel weitgehend ausgesetzt.

          Da sich in Indonesien Ware staue, dürften die Exporte deutlich zunehmen, sobald der Handel wieder uneingeschränkt möglich sei, heißt es. An der Londoner Börse LME sind die Zinnvorräte auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen.

          Zinn

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