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Anlagestrategie : Läuft Private Equity der Börse den Rang ab?

Einst stolzes Mitglied des britischen Leitindex, bald weg von der Börse - die Supermarktkette Morrisons. Bild: AFP

Die Zahl der börsennotierten Unternehmen sinkt. Mehr als 30.000 Firmen haben seit 2005 Abschied vom Parkett genommen. Dafür boomen Private-Equity-Anlagen. Was das für Privatanleger bedeutet.

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          Die sogenannten privaten As­sets, also nichtbörsengehandelte Vermögenswerte, erfreuen sich trotz Corona-Delle ungebrochener Nachfrage. Auch in diesem Jahr dürfte wieder mehr als eine Billion Dollar in diese Fonds fließen, das meiste Geld als Pri­vate Equity in Unternehmen. Gleichzeitig ist die Zahl der an den internationalen Börsen notierten Unternehmen laut ei­ner Studie der OECD rückläufig. Mehr als 30.000 Unternehmen, vor allem in den USA und Europa, nahmen seit 2005 Abschied vom Parkett. Per Saldo schrumpfte die Zahl zwischen 2017 und 2020 von 41.000 auf 40.000.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor allem in den USA und Europa sinkt die Zahl seit 2008 Jahr für Jahr. Ein ähnliches Bild zeigt das Volumen der Börsengänge. Dieses stagniert in den USA seit den Neunzigern tendenziell. Und in Europa, das seinerzeit noch den größten Teil des Volumens innerhalb der OECD stellte, hat sich dieses seither halbiert. Nur der stark gegenläufigen Entwicklung in Asien ­ – der Anteil verdoppelte sich in der abgelaufenen Dekade gegenüber den Neunzigern auf 47 Prozent ­ – ist es zu verdanken, dass das Volumen OECD-weit nicht noch stärker gesunken ist.

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