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Im Rausch der Tiefe : Commerzbank-Kurs fällt so tief wie nie

Logo der Commerzbank auf einer Tüte Bild: dpa

Der Kurs der Commerzbank-Aktie erreicht ein neues Tief. Das bringt nicht zuletzt den Bund in Bedrängnis, dessen einst 5 Milliarden Euro teure Beteiligung heute noch eine Milliarde wert ist.

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          Die Commerzbank ist an der Börse auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Am Montag zahlen Anleger nur noch 5,116 Euro für die Aktie, damit unterbot sie den bisherigen Rekordtiefstkurs aus dem August 2016. Noch im April und Mai hatte die Commerzbank-Aktie mehr als 8 Euro gekostet.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damals, zwischen Mitte März und Ende April, hatte die Führung der Commerzbank mit Unterstützung der Bundesregierung eine Fusion mit der Deutschen Bank ausgelotet, die holländische Bank ING und die italienische Unicredit schienen an einem Kauf interessiert. Doch nichts davon kam zustande. Seither sind die Zinsen weiter gesunken und die Konjunktur hat sich eingetrübt. Damit schwinden die Erträge im Firmenkundengeschäft noch stärker, gleichzeitig musste die Commerzbank im zweiten Quartal 2019 für faule Kredite so stark vorsorgen wie zuletzt im vierten Quartal 2017.

          Diese in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Geschäftszahlen für das zweite Quartal haben den jüngsten Abwärtsschwung der Commerzbank-Aktie noch einmal beschleunigt und strategischen Handlungsbedarf aufgezeigt. Die einstige Paradesparte „Firmenkundengeschäft“ lieferte nur noch 7 Prozent zum operativen Konzerngewinn, der trotz Geschäftsausweitung mit Krediten und Einlagen mit 298 Millionen Euro rund ein Viertel niedriger lag als im Vorjahresquartal.

          COMMERZBANK AG

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          Beobachter erwarten, dass angesichts der schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen der Vorstand die „Wachstumsstrategie“ im September für die Zeit ab 2020 ändern wird. Strategischen Handlungsbedarf sieht  auch der Staat, der seit dem Winter 2008/2009 an der Commerzbank beteiligt ist und einen Beratungsauftrag ausgeschrieben hat, um sich von Investmentbanken oder Wirtschaftsprüfern die Optionen für seine noch 15,6 Prozent große Beteiligung an der Commerzbank aufzeigen zu lassen.  

          Bisher galt im Bundesfinanzministerium die Devise, dass man nur mit Gewinn verkaufen wolle, aber dafür müsste die Commerzbank-Aktie auf aus heutiger Sicht utopische 26 Euro klettern. Doch reichlich spät ist offenbar  nun reichlich  die Erkenntnis gereift, dass Aussitzen für den Steuerzahler nicht unbedingt das beste Ergebnis bringt. Angesichts des Rekordtiefs vom Montag ist guter Rat für den Staat, der 5,05 Milliarden Euro für ein heute nicht einmal mehr 1 Milliarde Euro  wertes Aktienpaket bezahlt hat, gewiss teuer.

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