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Finanzstabilitätsrat urteilt : Kryptoanlagen bedrohen die Finanzstabilität nicht

Vor allem Handelsplattformen sind anfällig für Cyberkriminalität. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben Hacker Bitcoin und andere Kryptoanlagen im Volumen von einer knappen Milliarde Dollar erbeutet. Bild: EPA

Derzeit sind Kryptoanlagen keine Gefahr für die Finanzstabilität in der Welt, urteilt der Finanzstabilitätsrat. Doch das könne sich sehr schnell ändern. Die Experten warnen vor Risiken für Privatanleger und der gestiegenen Zahl von Hackerangriffen.

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          Am 8. Januar 2018 betrug der Marktwert aller Kryptoanlagen in der Welt rund 830 Milliarden Dollar, von denen allein 35 Prozent auf Bitcoin entfielen. Am 4. Oktober 2018 betrug der Marktwert aller Kryptoanlagen in der Welt nur noch 210 Milliarden Dollar. Aber wie allein die starken Preisschwankungen für Bitcoin belegen, kann der Marktwert innerhalb kurzer Zeit auch wieder deutlich zunehmen.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Der Finanzstabilitätsrat („Financial Stability Board“), eine internationale, in Basel ansässige Organisation zur Überwachung der Gefahren für das internationale Finanzsystem, hat sich daher in den vergangenen Monaten ausgiebig mit Kryptoanlagen befasst.

          In einem Bericht gelangt der Rat zu einer klaren Erkenntnis: Derzeit stellen Kryptoanlagen keine Gefahr für die Finanzstabilität in der Welt dar, weil ihr Markt im globalen Maßstab viel zu klein ist. Das mag sich einmal ändern, denn der Markt ist durch Eigenschaften gekennzeichnet, die ihn nicht nur gefährlich für Anleger machen, sondern auch in der Zukunft Gefahren für die Finanzstabilität erzeugen können.

          Fehlende Regulierung vergrößert die Probleme erheblich

          Zu diesen Eigenschaften zählt der Rat unter anderem die geringe Liquidität in dem Markt und die sehr starken Preisschwankungen, die sich unter anderem aus der geringen Liquidität ergeben: „Das Eigentum an Kryptoanlagen scheint bei relativ wenigen Marktteilnehmer konzentriert zu sein, was die Fähigkeit des Marktes begrenzt, große Handelsumsätze zu bewältigen.“ Aus der Sicht des Rats wird auch die Leistungsfähigkeit des größten Einzelmarkts für Kryptoanlagen, des Markts für Bitcoin, von Bitcoin-Anhängern überschätzt.

          Bild: F.A.Z.

          In diesem Zusammenhang kritisiert der Rat die verbreitete Bezeichnung „Kryptowährungen“ für diese Finanzprodukte, denn von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden diese Anlagen nicht wie Währungen verwendet: Sie eignen sich üblicherweise nicht als Zahlungsmittel und sie werden auch nicht als Recheneinheit verwendet.

          Der Rat nennt noch weitere Gefahren, die sich mit dem Gebrauch von Kryptoanlagen verbinden können: Gefahren für den Schutz von Verbrauchern und Anlegern und Gefahren für das ordnungsgemäße Funktionieren von Märkten, die Gefahr von Geldwäsche, Terrorfinanzierung, der Umgehung von Sanktionen, Betrug, Steuerhinterziehung und der Umgehung von Kapitalverkehrskontrollen.

          „Diese Probleme werden noch größer, wenn Kryptoanlagen nicht von einer Stelle ausgegeben werden, die man regulieren kann und die bei möglichen Verstößen gegen Regulierungen herangezogen werden kann“, heißt es in dem Bericht. „Angesichts des globalen Charakters vieler Handelsplattformen für Kryptoanlagen erfordert dies eine internationale Koordination der Regulierungsbehörden.“

          Zu bedenken sei die Anfälligkeit von Handelsplattformen für Cyberkriminalität. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben Hacker Bitcoin und andere Kryptoanlagen im Volumen von einer knappen Milliarde Dollar erbeutet. Dies sei in Plus von fast 250 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte die Cybersicherheitsfirma CipherTrace mit.

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